Reeperbahn

Polizei verhindert Zusammenstöße von HSV- und St.-Pauli-Fans

Auf dem Kiez versammelten sich bis zu 500 Fans der Vereine – viele davon gewaltbereit. Polizei mit Großaufgebot vor Ort.

Hamburg. Nur mit starken Kräften konnte die Polizei in der Nacht Zusammenstöße zwischen gewaltbereiten Fußballfans verhindern: Auf einen so genannten "Fanmarsch" von Anhängern des HSV reagierten Anhänger des FC St. Pauli mit einer eigenen Versammlung. Auf beiden Seiten kam es am Wochenende vor dem Derby am Montagabend im Millerntorstadion (20.45 Uhr, Sky/Liveticker bei abendblatt.de) zu gewalttätigen Vorfällen.

Gegen 21.15 Uhr wurde der Polizei eine Zusammenkunft von rund 300 überwiegend schwarz gekleideten HSV-Anhängern im Bereich Großneumarkt gemeldet. Vor Ort stellten die Beamten zunächst etwa 150 Personen fest, die Versammlung wuchs rasch auf etwa 250 Menschen an. Diese liefen von dort aus in Richtung Hans-Albers-Platz (wo sich ebenfalls mehrere Dutzend HSV-Fans trafen).

HSV-"Fanmarsch" löst Versammlung vor Jolly Roger aus

Dieser "Fanmarsch" blieb auf der Seite der St.-Pauli-Fans nicht unbemerkt: Vor dem Jolly Roger in der Budapester Straße versammelten sich St.-Paulianer in ähnlicher Menge und Zusammensetzung.

Beiden Seiten gilt die Reeperbahn als "Demarkationslinie": Das Gebiet rund um den Hans-Albers-Platz fassen die HSVer als ihr Territorium auf, der Bereich nördlich ist den St. Paulianern vorbehalten. Aus beiden Gruppen wurden Knallkörper und Nebeltöpfe gezündet und Schmähgesänge auf die jeweils andere Seite skandiert.

Polizei muss auf beiden Seiten eingreifen

Einschreiten musste die Polizei auf beiden Seiten: Eine Gruppe von etwa 20 Personen versuchte gegen 0.20 Uhr, vom Hans-Albers-Platz aus den Polizeikordon zu durchbrechen – dieser Versuch wurde von den Beamten unterbunden. Am Harald-Stender-Platz vor dem Millerntorstadion wurden Beamte nach Auskunft des Lagedienstes der Polizei aus der Menge der St.-Pauli-Anhänger mit Pfefferspray besprüht – auch dieser Angriff wurde rasch beendet.

Gegen 2.50 Uhr konnte die Polizei den Einsatz beenden, da sich die Fangruppen zerstreut hatten.