Hamburg

Brandstiftung auf dem Kiez – Polizei fasst Serientäter

Am Morgen nach dem Brand war von dem großen Feuerwehreinsatz in der Trommelstraße nichts mehr zu vermuten.

Am Morgen nach dem Brand war von dem großen Feuerwehreinsatz in der Trommelstraße nichts mehr zu vermuten.

Foto: Claudia Eicke-Diekmann / HA

Marcel G. fackelte schon mehrere Pkw und Müllcontainer ab. Wohl wegen seiner jüngsten Tat musste ein Hochhaus evakuiert werden.

Hamburg. Der Mann, der in der Nacht zum Dienstag auf dem Kiez vermutlich einen Hyundai in Brand steckte und so die Evakuierung eines ganzen Wohnhauses auslöste, ist der Hamburger Polizei schon seit Jahren bekannt. Es handelt sich nach Abendblatt-Informationen um Marcel G. (30), der bereits zweimal in der Hansestadt wegen Brandstiftung verurteilt wurde. Die Ermittlungen in dem jüngsten Fall hat der Staatsschutz übernommen. Heute steht der Serientäter vor dem Haftrichter.

Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft erhielt Marcel G. 2012 eine Haftstrafe auf Bewährung, weil er mehrere Müllcontainer in Brand gesetzt hatte. Nur ein Jahr später stand der Mann, der der linken Szene zugeordnet wird, erneut vor Gericht, weil er auf dem Parkplatz am Elbpark (Zirkusweg) mehrere Kraftfahrzeuge abgefackelt hatte. Als "Werkzeug" verwendete er damals einen Grillanzünder.

Rauch drohte, Mieter zu vergiften

Die mutmaßlich jüngste Tat des Serienbrandstifters geht in den Folgen nun weit über seine bisherigen Zündeleien hinaus. An der Trommelstraße in Altona-Altstadt brannte in der Nacht zum Dienstag nicht nur der angezündete Pkw ab. Der Rauch aus dem Fahrzeug breitete sich auch in ein mehrgeschossiges Kiez-Hochhaus aus, zog durch offene Fenster in die Wohnungen und drohte, die schlafenden Bewohner zu vergiften. Die Feuerwehr evakuierte das Gebäude, insgesamt wurden 50 Menschen durch Notarzt und Notfallsanitäter der Feuerwehr untersucht.

Medienberichte, wonach Marcel G. auch schon in Berlin Autos angezündet haben soll, konnte die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Die "Bild"-Zeitung hatte von entsprechenden Delikten berichtet.