Hamburg

Kiez-Hochhaus evakuiert – möglicher Brandstifter gefasst

Am Morgen danach war von dem großen Feuerwehreinsatz in der Trommelstraße nichts mehr zu vermuten.

Am Morgen danach war von dem großen Feuerwehreinsatz in der Trommelstraße nichts mehr zu vermuten.

Foto: Claudia Eicke-Diekmann / HA

Von einem brennenden Auto aus zogen giftige Rauchgase in die Fenster der Schlafenden. Feuerwehr rettete 50 Bewohner.

Hamburg. Mitten der Nacht zum Dienstag wurde die Feuerwehr Hamburg in die Altonaer Altstadt gerufen. In einer Garage an der Trommelstraße sollte ein Fahrzeug brennen. Als die ersten Kräfte gegen 2.13 Uhr eintrafen, brannte aber nicht nur ein Pkw unter dem Vordach des mehrgeschossigen Kiez-Hochhauses. Tiefschwarzer Brandrauch hatte sich bereits ausgebreitet, zog durch mehrere offenstehende Fenster in die Wohnungen und drohte die schlafenden Bewohner zu vergiften. Ein Mann wurde unter dem Verdacht, das Feuer gelegt zu haben, festgenommen.

Mehrere Menschen waren bereits in akuter Gefahr. Der Zugführer der Berufsfeuerwehr erhöhte sofort die Alarmstufe und forderte weitere Einsatzkräfte nach. Mehrere Trupps drangen in das Wohngebäude vor, um Menschen aus den Gefahrenbereichen auf die Straße in Sicherheit zu bringen. Mit einem C-Rohr löschten währenddessen weitere Kräfte unter Atemschutz den Wagen. Sanitäter versorgten die Hausbewohner.

Zeuge beschreibt mutmaßlichen Brandstifter

Mit Hilfe von Messgeräten, die auf Kohlenmonoxid ansprechen, wurden diverse Wohnungen kontrolliert. Zwei Personen wurden zeitweise in einem Rettungswagen der Feuerwehr versorgt, verblieben aber auf eigenen Wunsch an der Einsatzstelle. Insgesamt wurden 50 Menschen durch Notarzt und Notfallsanitäter der Feuerwehr Hamburg gesichtet und auf Vollzähligkeit überprüft.

Nachdem der Brand gelöscht war, wurden die betroffenen Wohnungen gelüftet. Sämtliche CO-Messungen waren anschließend unterhalb der Warnschwellen. Der Einsatz der insgesamt 32 Feuerwehrleute dauerte etwa eineinhalb Stunden. Die Brandursache wird jetzt von der Polizei ermittelt.

Mutmaßlich handelte es sich um Brandstiftung. Ein Zeuge hatte sich gemeldet und beschrieb der Polizei einen Mann, den er beim Feuer legen beobachtet haben wollte. Die Beschreibung war so genau, dass der Verdächtige kurze Zeit später festgenommen werden konnte.