Hamburg

S-Bahnhöfe in der City mit Graffiti beschmiert

Auch an der Haltestelle Stadthausbrücke  wurden  viele  Graffitis angebracht

Auch an der Haltestelle Stadthausbrücke wurden viele Graffitis angebracht

Foto: Atessa Bock

Schäden an den Bahnhöfen Stadthausbrücke und Königstraße. Vandalismusschäden kosten die Bahn jährlich 8,6 Millionen Euro.

Hamburg.  Großflächige Bilder auf braunen Kacheln, Riesen-Tags auf schwarzem Grund: Die S-Bahnhaltestelle Königstraße (Altona) ist über und über mit Graffiti bedeckt, meldet der NDR. Auch die Säulen in der Bahnsteigmitte sind in der letzten Woche über Nacht „verziert“ oder genauer: verunziert worden. Die Bahn hat da eine klare Meinung.

„So große Schmierereien hatten wir noch nie“, sagt Bahnsprecherin Angelika Theidig. Die Bundespolizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Auch die Haltestelle Stadthausbrücke ist besprüht worden, die Schäden seien allerdings geringer. Beide Stationen werden im Rahmen des laufenden, 48 Millionen Euro schweren Sanierungsprogramms für die Hamburger S-Bahnhöfe zurzeit renoviert. „Vielleicht hat die schwarze Farbe an den vorbereiteten Wänden die Sprayer besonders gereizt“, sagt Theidig. Bis zum Jahresende sollen die Schmierereien entfernt werden. Die Kosten sind noch unklar.

Mittlerweile geht die Bundespolizei aufgrund von Videoaufzeichungen davon aus, dass es sich bei den Tätern am S-Bahnhof Königstraße um eine Gruppe von mehreren Personen handelt, die "tätertypisch" gekleidet waren. Mehr Details zur Kleidung und zur Größe der Gruppe wollte ein Sprecher der Bundespolizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben. Er teilte aber noch mit, dass auf dem Bahnhof einige Spuren gesichert werden konnten, unter anderem eine Sprühdose.

8,6 Millionen Euro Vandalismusschäden im Jahr

2016 wurden 27.000 Vandalismus- und Graffititaten zu Lasten der DB registriert. Gegenüber dem Vorjahr ein leichter Anstieg, der allerdings auch durch verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften und konsequentere Anzeige bei der Polizei begründet ist. Den Sachbeschädigungen werde jetzt verstärkt nachgegangen, so dass auch mehr Delikte auffallen und gemeldet werden.Regionale Schwerpunkte sind Berlin, Baden-Württemberg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Kosten für die Graffitibeseitigung lagen 2016 bei 8,6 Millionen Euro.

Neben der intensiven Zusammenarbeit mit der Bundespolizei zeige das verbesserte Einsatzkonzept der DB-eigenen Sicherheitskräfte Wirkung, sagte Theidig. Konzertierte Einsätze an Schwerpunkten und eine verstärkte Bestreifung von Abstellanlagen hätten die Zahl der auf frischer Tat gestellten Täter erhöht. Speziell ausgebildete Einsatz-Teams der DB Sicherheit haben demnach in Berlin, Hamburg, NRW und der Region Halle/Leipzig im Jahr 2016 etwa 250 Sprayer auf frischer Tat ertappt und der Polizei übergeben. Die Täter begeben sich in Lebensgefahr. Seitlich der Schienen befinden sich Stromschienen mit 1200 V.

Doch wenn es um Vandalismus geht, beschäftigen nicht nur Graffiti die Bundespolizei. Vor zwei Jahren sorgte ein Fall am Betriebsbahnhof Barmbek für Aufsehen: Dort hatten mehrere unbekannte Personen den Eingang einer S-Bahn zugemauert. Sie gehörten zu dem Graffiti-Kollektiv "Moses &Taps". Bei You Tube luden sie ein Video der Aktion hoch.

Die Mauer in der S-Bahn