Sie attackierten ihn mit einem Gürtel, prügelten auf ihn ein. Ein 35-Jähriger wurde von einer Gruppe Jugendlicher nach einem Streit angegriffen.

Hamburg. Knapp zwei Monate nach der tödlichen Messerattacke auf einen 19-Jährigen haben Jugendliche am S-Bahnhof Jungfernstieg erneut Fahrgäste angegriffen. Wie die Bundespolizei mitteilte, wurden ein 35-Jähriger und ein 39 Jahre alter Begleiter in der Nacht zu Donnerstag kurz nach Mitternacht auf dem Bahnhof geschlagen, nachdem es bereits in der S-Bahn zum Streit mit den Jugendlichen gekommen war.

Zwei erst 16 Jahre alte Tatverdächtige aus Jenfeld, Alireza M. und Christopher A., wurden nach dem Übergriff noch auf dem Bahnsteig gestellt. Sie erhielten eine Anzeige und müssen sich jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Das Opfer, der 35-jährige Sascha R. aus Barmbek-Nord, erlitt eine Kopfplatzwunde.

Wie Radio Hamburg berichtet, war das spätere Opfer auf dem Heimweg vom Fanfest auf dem Heiligengeistfeld. In der S-Bahn hätten zehn Jugendliche Fahrgäste belästigt, Sascha R. habe Zivilcourage zeigen und die Jugendlichen zur Rede stellen wollen, sei aber sofort mit einem Gürtel angegriffen worden. Am S-Bahnhof Jungfernstieg habe der 35-Jährige die Bahn verlassen und sei dann auf dem Bahnsteig weiter geschlagen worden, wobei er mehrere Prellungen erlitt.

+++ SO KRIMINELL IST IHR STADTTEIL +++

Die Bundespolizei, die bereits sechs Minuten nach der Alarmierung durch einen Triebfahrzeugführer am Tatort eintraf, wollte diese Darstellung noch nicht vollständig bestätigen. Noch seien nicht alle Videoaufnahmen aus dem Bahnhof ausgewertet und nicht alle der fünf Zeugen befragt worden, die die Bundespolizei in der Tatnacht auf dem Bahnsteig angetroffen hatte. Auch der Täter aus der S-Bahn, der mit seinem Gürtel sofort zugeschlagen haben soll, ist noch unbekannt. Sascha R. wurde nach der Tat von Rettungssanitätern versorgt und kam in ein Krankenhaus, das er aber nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte.