Evangelische Kirchengemeinde Geesthacht

Verdacht auf Kindesmissbrauch in Geesthachter Kirche

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Die Polizei ermittelt gegen den Kantor der evangelischen Gemeinde. Inzwischen wurde der Mann suspendiert.

Geesthacht. Die evangelische Kirchengemeinde Geesthacht steht unter Schock: Kantor Andreas F. soll eine 14-jährige Konfirmandin beim Musikunterricht sexuell belästigt haben. Die Eltern haben Anzeige erstattet.

"Es liegt eine Strafanzeige bei der Kripo Geesthacht wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch vor", bestätigt Sonja Kurz, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. Seit dem 6. Februar ermittelt die Polizei - sie darf den Arbeitgeber aber über Ermittlungen nicht informieren. Das tat der Anwalt von Andreas F., der die Kirche am Montagabend benachrichtigte. Der Kirchenvorstand beurlaubte den Kantor sofort. "Die Vorwürfe klangen so schwerwiegend, dass er dann suspendiert wurde", sagt Thomas Kärst, Sprecher des Kirchenkreises Nordelbien.

Der 44-Jährige F. leitete drei Kinderchöre und war für die musikalische Früherziehung in vier Geesthachter Kitas tätig.

Auf einer Sitzung beschloss der Kirchenvorstand, das Thema öffentlich zu machen. "Wir wollen offen damit umgehen", erklärt Pastor Gunnar Penning. "Wir versuchen alles, um die Polizei bei ihrer Arbeit zu unterstützen."

Er schrieb als Vorsitzender des Kirchenvorstands einen Brief an die Eltern der Gemeinde, den er auch ins Internet stellte. Insgesamt 600 Eltern wurden zu vier Elternabenden eingeladen. Unterstützt werden alle Beteiligten durch die Beratungsstelle "Zornrot". "Dass so etwas in unserer Gemeinde vorgefallen sein soll, macht uns fassunglos", sagt Penning.

Schon 2002 hatte es in der Kirchengemeinde Geesthacht Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegeben. Damals soll ein Angehöriger eines Kita-Kinds Kinder belästigt haben.

Gegewärtig wird untersucht, ob es noch weitere Vorwürfe gegen F. gibt. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.