Salut Salon

Das Frauen-Quartett auf dem Weg nach China

Foto: Juergen Joost

Für Salut Salon ist die Einladung ins chinesische Shanghai eine große Ehre. Die vier Frauen lernen sogar die chinesische Sprache.

Hamburg. Das Quartett Salut Salon freut sich doppelt. Zum einen gibt es sie nun schon seit zehn Jahren und zum anderen fliegen sie morgen nach China.

Dort gehen Angelika Bachmann, Iris Siegfried, Anne-Monika von Twardowski und Sonja Lena Schmidt auf Tour und werden daneben am 30. Mai vor Ort auf der EXPO-Bühne in Shanghai dabei sein, wenn Bürgermeister Ole von Beust das „Hamburg House“ besucht. Die Einladung dazu haben sie von der Kulturbehörde Hamburg bekommen.

Eine große Ehre für Salut Salon. Und damit alles gut verläuft proben sie gerade eifrig die Musikstücke. Und die Sprache. Eine echte Herausforderung. „Ich brauche eine Woche, um einen Satz zu lernen“, sagt die 27-Jährige Anne-Monika von Twardowski. Für sie klingt es wie eine Fantasiesprache. Iris Siegfried, 37, spielt Geige und singt – auch auf Chinesisch. „Selbst wenn nicht immer alles richtig betont ist, die Chinesen sind trotzdem begeistert.“ Am besten, man betone in Anlehnung an Kung-Fu-Filme, dann verstehen sie einen auch, scherzt Angelika Bachmann, 37. Zusammen mit Iris Siegfried gründete sie Salut Salon. Sie kennen sich bereits seit der Schulzeit, spielten gemeinsam im Schulorchester. Während des Studiums wohnten die beiden zusammen in einer WG und gingen zu zweit auf eine Weltreise, die sie mit Straßenmusik finanzierten.

Nach einem Konzert im Spiegelsaal des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe fragte ein österreichischer Konzertveranstalter an, ob sie nicht Lust haben auch einmal in der Hamburger Laieszhalle zu spielen – das war 2003. „Ich habe mich damals auf der Bühne nur gewundert, wo all die Menschen auf einmal her kamen“, sagt Angelika Bachmann. Wie es mittlerweile zu den ausverkauften Konzerten kommen konnte, kann sie sich nicht erklären. „Eigentlich musizierten wir nur zum privaten Spaß. Mit einem solchen Erfolg haben wir nicht gerechnet.“

Mittlerweile gibt das Quartett über 100 Konzerte im Jahr. Engagiert sich für ein Kindernothilfeprojekt in Chile, betreut das Kinder- und Jugendorchester „Coole Streicher“ und gründete zusammen mit Unternehmer Michael Otto das Projekt „The Young ClassX“. Und in der Freizeit? „Unser Hobby und den Beruf können wir kaum voneinander trennen“, sagt Sonja Lena Schmidt, 28. Auf ihren Touren erkunden sie aber gern gemeinsam die Städte und trinken dann auch mal ein Glas Wein zusammen. Dass sie sich alle gut verstehen, ist offensichtlich. Gescherzt und gelacht wird viel. Über sich selbst sagen sie: „Wir sind verrückt.“

Dass den vier Frauen die Energie nicht ausgeht, zeigt ein Blick in ihren Terminkalender. Nach der Tour haben sie eine Vorpermiere in Buchholz, bei der sie ihre neuen Stücke präsentieren, dann folgt ein Kreativ-Wochenende mit dem Komponisten Frank Wittenbrink. Und die Proben mit dem Kinder- und Jugendorchester, bevor sie dann am 9. Juli im Thalia Theater Premiere mit ihrem Programm „Um alles in der Welt“ feiern.