Lateinamerika-Reise

Tschentscher vereinbart enge Kooperation mit Buenos Aires

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Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher und Mercedes Marco del Pont im Präsidentenpalast in Argentinien.

Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher und Mercedes Marco del Pont im Präsidentenpalast in Argentinien.

Foto: Senatskanzlei

Der Bürgermeister traf die Staatssekretärin des Präsidenten und seinen Amtskollegen in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires.

Buenos Aires.  Der zweite Tag seiner einwöchigen Lateinamerika-Reise führte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in das Zentrum der Macht in Argentinien. Der von außen beinahe etwas unscheinbar wirkende Präsidentenpalast inmitten der Stadt nahe dem alten Hafen von Buenos­ ­Aires ist ein im Inneren prachtvolles Gebäude ganz im klassizistischen Stil, das es mit seinem ornamentalen Prunk mit dem Hamburger Rathaus aufnehmen kann.

Ein geschichtsträchtiger Ort ist der Palast auch deswegen, weil Diego Maradona von einem der Balkone die Huldigungen der Argentinier nach dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1986 entgegennahm.

Tschentscher trifft in Buenos Aires Staatssekretärin des Präsidenten

Zwar stand auf dem Programm kein Gespräch­ mit Präsident Alberto Angel Fernandez, der seit 2019 im Amt ist. Aber Tschentscher wurde von Mercedes Marco del Pont, der Staatssekretärin und strategischen Beraterin des Präsidenten, empfangen. Del Pont war von 2010 bis 2013 die Präsidentin der argentinischen Zentralbank, insofern ergab sich in einem Vier­augengespräch auch ein fachlicher Austausch mit dem früheren Hamburger Finanzsenator Tschentscher.

Das südamerikanische Land steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise. Der Staat ist hoch verschuldet und leidet unter einer extrem hohen Inflation, die auf 100 Prozent zu klettern droht. Mittlerweile gelten 40 Prozent der Argentinier und Argentinierinnen als verarmt.

Wasserstoff zentrales Thema der Gespräche: "Wir sind optimistisch"

Im Zentrum der Gespräche mit Mercedes Marco del Pont, zu dem auch ein Runder Tisch mit der Wirtschaftsdelegation gehörte, die Tschentscher begleitet, stand jedoch das Thema Wasserstoff. Marco del Pont betonte die große Herausforderung, die in der Energiewende liege, und verwies auf das große Potenzial des Landes an Wind- und Sonnenenergie.

„Wir gehen davon aus, dass Deutschland ein strategischer Partner für die Produktion von Energie wie dem so wichtigen Wasserstoff wird, dass wir aber auch im Bereich Infrastruktur zusammenarbeiten. Das ist eine große Gelegenheit“, sagte die Staatssekretärin. „Wir sind optimistisch. Es wird ein langer Weg, den wir zusammen gehen können“, so Marco del Pont.

Tschentscher und Amtskollege unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Am Mittag traf Tschentscher mit seinem Amtskollegen in Buenos Aires, Horacio Rodriguez Larreta, zusammen. Der direkt gewählte Bürgermeister gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat für die Wahlen 2023. Tschentscher und Larreta unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung, mit der die Zusammenarbeit von Hamburg und Buenos Aires intensiviert werden soll. Schwerpunkte sind die nachhaltige Stadtentwicklung, Klimaschutz und Digitalisierung sowie die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen.

„Hamburg und Buenos Aires sind die wichtigsten Wirtschaftszentren und Handelsplätze ihrer Länder. Als Zentren von Wissenschaft, Forschung und Kultur tragen sie maßgeblich zum technologischen Fortschritt bei“, sagte Tschentscher. „Wir wollen die Gegenseitigkeit der Beziehungen zwischen Buenos Aires und Hamburg und die Bindungen zu Deutschland insgesamt stärken“, sagte Larreta. Am Dienstag reist die Delegation per Schiff nach Montevideo, der Hauptstadt Uruguays.