Bundestagswahl

Lange Gesichter bei Linken – trotz Einzugs in den Bundestag

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Deniz Celik, zweiter Spitzenkandidat der Linken, erhielt kein Mandat (Archivbild).

Deniz Celik, zweiter Spitzenkandidat der Linken, erhielt kein Mandat (Archivbild).

Foto: picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt

Spitzenkandidatin Zaklin Nastic macht deutlich: „Mit dem Ergebnis kann ich nicht zufrieden sein". Über die Gründe für den Ausgang.

Hamburg.  So sehr hat Die Linke selten gezittert. In Hamburg holte die Partei zwar 7,2 Prozent der Stimmen, doch auf Bundesebene war sie davon weit entfernt. Mit gerade einmal 4,9 Prozent hätte die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern müssen, durfte dann aber doch in den Bundestag einziehen, weil sie drei Direktmandate gewonnen hatte.

Dennoch blieb der Jubel aus, auch bei der Hamburger Spitzenkandidatin Zaklin Nastic, die sich ihren Sitz im Bundestag erneut sichern konnte. „Mit dem Ergebnis kann ich nicht zufrieden sein und mache mir große Gedanken darüber, woran es gelegen haben könnte, so viele Wählerinnen und Wähler nicht abgeholt zu haben.“ Anders als Nastic erhielt Deniz Celik, zweiter Spitzenkandidat der Linken, kein Mandat. Auch er ist schockiert über den Ausgang der Wahl. „Das war eine schwere Niederlage.“

Bundestagswahl: Linke im Vorfeld untergegangen

Während Nastic vermutet, es sei vor allem die Koalitionsbereitschaft der Partei gewesen, die Stimmen gekostet habe, glaubt Celik, Die Linke sei schon im Vorfeld untergegangen. „Der Wahlkampf war sehr personalisiert, weshalb die Inhalte in den Hintergrund gerutscht sind. Das hat uns sicher geschadet.“ In einem Punkt sind die beiden sich einig: Die Linke müsse den Ursachen auf den Grund gehen. Celik fordert außerdem: „Wir müssen wieder aufstehen und dazu beitragen, dass Die Linke wieder sichtbar ist und bei den Menschen punkten kann.“

Es waren Gregor Gysi, Gesine Lötzsch und Sören Pellmann, die am Wahlabend ein Rettungsnetz für ihre Partei spannten. Die Direktkandidierenden aus Berlin und Leipzig sicherten sich über die Erststimme die ersten drei Mandate, bewahrten Die Linke dadurch vor dem Absturz. Gemäß der Grundmandatsklausel sind drei solcher Tickets für den Bundestag nötig, damit eine Partei trotz fehlender Zweitstimmen in Fraktionsstärke einziehen darf.

( lak )