Hamburger Hafen

Stadt zu Gesprächen mit Klaus-Michael Kühne bereit

| Lesedauer: 2 Minuten
Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) widerspricht der Darstellung von Klaus-Michael Kühne (Archivbild).

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) widerspricht der Darstellung von Klaus-Michael Kühne (Archivbild).

Foto: picture alliance/dpa

Der Wirtschaftssenator widerspricht der Darstellung des Logistik-Milliardärs – ist aber bereit, mit Kühne zu verhandeln.

Hamburg.  Nach Aussage von Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) steht der Hamburger Senat für Gespräche mit dem Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne über die Zusammenarbeit der städtischen Hamburger HHLA mit der Bremer Eurogate-Gruppe „zur Verfügung“.

Wie berichtet, hatte der Milliardär sowohl dem Bremer als auch dem Hamburger Senat in Briefen angeboten, bei der geplanten Kooperation der Terminalbetreiber einzusteigen, auch finanziell. Im Gespräch mit dem Abendblatt hatte Kühne gefordert, die Zusammenarbeit zu forcieren, damit die deutschen Nordsee-Häfen gegenüber der Konkurrenz aus Rotterdam und Antwerpen nicht weiter zurückfallen. „Langfristig wird auch Hamburg verlieren, trotz Elbvertiefung.“ Hamburg müsse sich „stärker in diese Debatte einbringen“.

Hamburger Hafen: Senator widerspricht Klaus-Michael Kühne

Laut Westhagemann ist das längst der Fall: „Man arbeitet mit Hochdruck daran, sodass man auch ein gemeinsames Zielbild entwickelt.“ Eine Frage sei dabei, ob es sinnvoll sei, die Aktivitäten der Terminalbetreiber in der Deutschen Bucht stärker zusammenzubringen.

Lesen Sie auch:

Er wolle dem nicht vorgreifen, sagte Westhagemann, widersprach aber Kühnes Darstellung, wonach Hamburg in den Gesprächen zögerlicher sei als Bremen. Beide Städte würden bei dem Thema „extrem eng“ zusammenarbeiten, so der Wirtschaftssenator. Dabei gebe es außer einer politischen aber auch eine privatwirtschaftliche Verantwortung. Der Senat stehe dabei eher „an der Außenlinie“ und beobachte die Entwicklungen in der maritimen Branche, in Handel und Logistik aufmerksam.

Unterstützung für Kühnes Vorstoß beim Hafen von der CDU

Die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft begrüßte Kühnes Vorstoß: „Zusätzliches Engagement privater Unternehmen im Hafen eröffnet zusätzliche Optionen und kann dazu beitragen, Hamburgs Position als Welthafenstadt zu stärken“, sagte ihr Wirtschaftsexperte Götz Wiese.

Es gehe dabei insgesamt um bessere Infrastruktur, effizientere Abläufe und vertretbare Kosten und Gebühren. „Klar ist: Wir brauchen eine bessere Kooperation der deutschen Seehäfen über die Grenzen der Bundesländer hinweg“, so Götz Wiese. „Wir brauchen aber auch Wettbewerb, um die Leistungsfähigkeit im internationalen Vergleich hochzuhalten und weiter zu steigern. Ob insoweit Verschmelzungen die richtige Lösung sind, muss sorgsam abgewogen werden.“

( dey )