Hamburg

Linke fordert Sonderurlaub und Prämie für Corona-Impfung

Linken-Gesundheitspolitiker Deniz Celik in der Bürgerschaft (Archivbild).

Linken-Gesundheitspolitiker Deniz Celik in der Bürgerschaft (Archivbild).

Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Gesundheitspolitiker Deniz Celik fordert Belohnung statt Druck. Dafür soll sich Hamburg auch auf Bundesebene einsetzen.

Hamburg. Die Linksfraktion in der Bürgerschaft hat ein Anreizsystem gefordert, mit dem bisher noch zögerliche Menschen zur Impfung gegen Corona motiviert werden sollen. „Statt mit immer größerem Druck die Menschen zum Impfen zu bringen, sollten wir vielmehr mit Belohnungen arbeiten. Studien zeigen, dass Belohnungen ein wirksames Mittel sind, um die Impfbereitschaft zu erhöhen“, sagte Linken-Gesundheitspolitiker Deniz Celik.

„Menschen, die sich impfen lassen, schützen nicht nur sich selbst, sondern auch die Gemeinschaft. Dafür investieren sie Zeit und nehmen das körperliche Unwohlsein der Impfreaktion auf sich. Das sollten wir ganz konkret anerkennen, etwa durch Geld oder zusätzliche Urlaubstage.“

Drei Tage Sonderurlaub für Corona-Impfung

Der Linken-Politiker schlägt vor, dass die Stadt Hamburg die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst und den landeseigenen Unternehmen mit drei Tagen Sonderurlaub für ihre Impfung belohnt werden. Zudem solle der Senat Hamburger Arbeitgeber ermutigen, auch ihren Beschäftigten Sonderurlaub als Impfprämie zu gewähren. Außerdem solle Hamburg sich auf Bundesebene für eine Impfprämie einsetzen, die zwar zu versteuern sei, aber nicht auf Sozialleistungen angerechnet werde.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

  • Biontech/Pfizer: Der erste weltweit zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wurde maßgeblich in Deutschland entwickelt. Der mRNA-Impfstoff, der unter dem Namen Comirnaty vertrieben wird, entwickelt den vollen Impfschutz nach zwei Dosen und ist für Menschen ab 12 Jahren zugelassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat er eine Wirksamkeit von 95 Prozent – das heißt, die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, sinkt bei Geimpften um den genannten Wert.
  • Astrazeneca: Der Vektorimpfstoff des britischen Pharmaunternehmens wird unter dem Namen Vaxzevria vertrieben. Aufgrund von sehr seltenen schweren Nebenwirkungen (in 31 von 2,4 Millionen Fällen traten bei jüngeren Patienten nach einer Impfung mit Vaxzevria Hirnvenen-Thrombosen auf) empfiehlt die Bundesregierung, den Impfstoff nur für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Offiziell zugelassen ist der Impfstoff aber für Menschen ab 18 Jahren. Vaxzevria weist laut BMG nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent auf.
  • Moderna: Der von dem US-Unternehmen entwickelte mRNA-Impfstoff mit dem Vertriebsnamen Spikevax ist für alle ab 12 Jahren zugelassen. Der Moderna-Impfstoff hat laut BMG eine Wirksamkeit von 95 Prozent, wenn der volle Impfschutz nach zwei Impfdosen erreicht worden ist.
  • Johnson&Johnson: Das US-Unternehmen hat einen Vektorimpfstoff entwickelt, der bereits nach einer Impfdosis den vollen Schutz vor dem Coronavirus entwickelt. Er wird derzeit noch unter dem Namen Covid-19 Vaccine Janssen (Ad26.COV2.S) vertrieben. Das Präparat hat laut BMG eine Wirksamkeit von etwa 65 Prozent. Auch für diesen Impfstoff gilt wegen sehr seltener Nebenwirkungen die Empfehlung, ihn für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Zugelassen ist er ebenfalls ab 18 Jahren.
  • Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung: Weltweit befinden sich diverse Vakzine in verschiedenen Phasen der Zulassung. Die EMA prüft weiterhin die Impfstoffe des deutschen Unternehmens CureVac und des US-Konzerns Novavax, den umstrittenen russischen Impfstoff Sputnik V sowie die Impfstoffe der Hersteller Sinovac und Sanofi.

Ein Belohnungssystem sei weitaus effektiver als reine Appelle, so Celik. Der Linkenpolitiker begrüßte es zudem, dass es zunehmend auch dezentrale Impfangebote geben soll.

Die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz vom heutigen Dienstag, Corona-Schnelltests kostenpflichtig zu machen, um die Impfbereitschaft zu erhöhen, kritisierte Celik dagegen. „Kostenpflichtige Schnelltests sind sozial ungerecht und schließen vor allem Niedrig-Verdienende vom gesellschaftlichen Leben aus", so der Linkenpolitiker. "Außerdem ist zu befürchten, dass sich insgesamt weniger Menschen testen lassen und so vermehrt Infektionen unerkannt bleiben und weitergegeben werden."

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( jmw )