ADAC-Bilanz 2020

Stau auf Autobahnen: Hamburg belegt negativen Spitzenplatz

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Auch im Corona-Jahr gab es auf den Autobahnen in und um Hamburg laut ADAC viel Stau.

Auch im Corona-Jahr gab es auf den Autobahnen in und um Hamburg laut ADAC viel Stau.

Foto: dpa

Im Corona-Jahr ging der Stau in der Hansestadt bundesweit am wenigsten zurück. Die Gründe – und die am meisten belasteten Strecken.

Hamburg. Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang der Verkehrsbehinderungen auf deutschen Autobahnen geführt – auch im Norden. Das ist ein zentrales Ergebnis der ADAC-Staubilanz 2020. Die Länge aller Verkehrsbehinderungen auf den Autobahnen in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist demnach im vergangenen Jahr um satte 43 Prozent auf insgesamt 122.839 Kilometer gesunken.

„In den einzelnen Bundesländern ergibt sich dabei ein differenziertes Bild“, teilte der ADAC mit. „Den geringsten Rückgang an Staukilometern verzeichnete das Bundesland Hamburg. Mit 4600 Kilometern nahmen die Verkehrsbehinderungen im Vergleich zu 2019 um 15 Prozent ab.“ Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein gingen die Staus um 62 Prozent oder 11.340 Kilometern zurück. Auch Bremen mit einem Rückgang um 30 und Mecklenburg-Vorpommern um 33 Prozent.

ADAC-Staubilanz: Am meisten Stau auf A7 in Hamburg

Mit Abstand am stärksten belastet war im Norden laut ADAC der Autobahnabschnitt Othmarschen–Waltershof auf der A7 in Hamburg. Auf diese Strecke entfielen im vergangenen Jahr allein 6002 Staukilometer. Auf Platz 2 landete – ebenfalls auf der A7 – der Abschnitt Berkhof–Schwarmstedt in Niedersachsen mit 3681 Kilometern Stau und stockendem Verkehr. „Ähnlich stark betroffen war die A1 zwischen Osnabrück–Hafen und Kreuz Lotte/Osnabrück mit insgesamt 3292 Kilometern an Verkehrsbehinderungen über das Jahr hinweg“, schreibt der ADAC.

Dafür, dass der Rückgang der Staus in Hamburg am geringsten ausfiel, hat ADAC-Hanse-Sprecher Christian Hieff mehrere mögliche Erklärungen. So habe es auch im Jahr 2020 durchgängig größere Baustellen auf der A1 wie auch der A7 gegeben. „Gleichzeitig sind Pendler auch von den öffentlichen Verkehrsmitteln auf das Auto umgestiegen, sodass die Effekte von Kurzarbeit, Homeoffice und Lockdown zum Teil aufgehoben wurden“, sagte der ADAC-Sprecher dem Abendblatt. „Zudem haben wir auf unseren Autobahnen einen höheren Lkw-Anteil. Hier war der Rückgang weit weniger deutlich als bei den Autos.“

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Bundesweit registrierte der ADAC 2020 rund 513.500 Staus, etwa 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Gesamtdauer der Störungen ging demnach um 51 Prozent zurück, die Zahl der Staukilometer reduzierte sich um 52 Prozent. Die Kfz-Fahrleistung ist nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) vergangenes Jahr um voraussichtlich etwa 12 Prozent zurückgegangen.

Bundesweiter Spitzenreiter bei den Verkehrsbehinderungen auf Autobahn war 2020 die A3 zwischen Grenzübergang Suben und Passau mit 316 Staukilometern pro Kilometer Autobahn. Es folgen die A5 zwischen Karlsruhe und Heidelberg und die A6 zwischen Mannheim und Heilbronn. Erst auf Platz neun folgt die A7 zwischen Hannover und Hamburg – mit 116 Staukilometern je Kilometer Autobahn.