Corona-Lockdown

Elternkammer und CDU: Probleme beim Homeschooling

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In Hamburg sollen die Schüler bis zu den Weihachtsferien im Fernunterricht weiterlernen. So die Theorie.

In Hamburg sollen die Schüler bis zu den Weihachtsferien im Fernunterricht weiterlernen. So die Theorie.

Foto: Felix Kästle / dpa

Berichte über Technik-Ausfälle. Für 2021 sei „Schlimmeres zu befürchten“. Schulsenator zieht dagegen ein positives Fazit.

Hamburg. Die Elternkammer hat Schulsenator Ties Rabe (SPD) vorgeworfen, dass nicht alle Schulen gut auf die Fernbeschulung vorbereitet gewesen seien. „Schülerinnen und Schüler berichten davon, dass die Systeme nicht erreichbar gewesen seien“, sagte Marc Keynejad, Vorstandschef der Elternkammer, dem Abendblatt.

Insgesamt seien die Erfahrungen „durchwachsen“ gewesen. Rabe habe kürzlich versichert, dass die Vorbereitung der Schulen auf Fernbeschulung „schon seit dem Sommer abgeschlossen seien“, so Keynejad. „Nach Wahrnehmung der Elternkammer war dem nicht so. Dem kreativen Chaos aus dem Frühjahr, als alle durch den Lockdown überrumpelt wurden, folgten viele Wochen in denen nur wenig Vorbereitung für einen zweiten Lockdown erkennbar waren.“

Elternkammer fordert stabile Lösung für Fernunterricht

Der Elternkammer lägen „Berichte von Schulen vor, die sich wieder mit WebEx, Teams und Co. behelfen“, so der Elterkammer-Chef. „Wir hoffen, dass es sich nur um Startschwierigkeiten handelt.“ Allerdings sei für die Situation nach dem 10. Januar „Schlimmeres“ zu befürchten. „Zwar steht zu hoffen, dass die Schulen wieder geöffnet werden, aber sollte das nicht möglich sein, werden jetzt dringend verbindliche, stabile und rechtssichere Lösungen für einen Fernunterricht gebraucht.“

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CDU-Schulpolitikerin Birgit Stöver gab Schulsenator Rabe für seine Politik in der Pandemie am Donnerstag eine Schulnote 6. „Zu Beginn lief der Regelbetrieb fast ohne Infektionsschutzmaßnahmen weiter“, so Stöver. Nun gehe im Lockdown „die digitale Lernplattform gleich mit in die Knie“, sagte die CDU-Politikerin. „Auch hier rächt sich, dass Hamburgs Schulen nicht aufs Homeschooling vorbereitet wurden. Realitätsverweigerung und Schönrederei reichen nicht mehr aus.“

Forderung: Hamburger Senat muss Konzept vorlegen

Der Senat müsse „noch vor Weihnachten ein Konzept vorlegen, wie es nach dem 10. Januar weitergehen soll, wenn der Inzidenzwert weiterhin deutlich über 50 liegen sollte“. Der Senator habe „seit Beginn der Corona-Pandemie im März viel Zeit gehabt“, so Stöver. Es sei „bedauerlich, dass diese Zeit offenbar verschwendet wurde. Setzen 6!“

Schulsenator Rabe selbst bewertete den Auftakt der Fernbeschulung als Erfolg. „Der Start in den Fernunterricht mit digitaler Unterstützung hat insgesamt gut geklappt“, so Rabe. Anders als im Frühjahr habe es trotz einer enormen Beanspruchung der neuen Programme kaum Schwierigkeiten gegeben, so der Senator – und das, obwohl „Hamburgs Lehrerinnen und Lehrer insgesamt mehr als 10.000 Videokonferenzen für ihre Schüler zwischen Mittwoch und Freitag angesetzt haben“. Es seien „nur einzelne Störungen registriert“ worden, so Rabe.

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So sei die Kommunikationsplattform IServ am Mittwoch zwischen 10 und 10.20 Uhr „etwas verlangsam“ gewesen. „Darüber hinaus sind bei acht Schulen Programmprobleme mit IServ aufgetreten, die allerdings ihre Ursache darin hatten, dass diese Schule veraltete schuleigene Computer verwenden. Die Entscheidung über die Hardware trifft jede Schule in eigener Verantwortung, so dass die betroffenen Schulen jetzt mit Hochdruck daran gehen müssen das ihnen zur Verfügung stehende Schulbudget zweckgebunden einzusetzen, um ihre Anlagen zu modernisieren.“