Asyl

Gefahr durch Corona: Hamburg will Flüchtlinge aufnehmen

Das Container- und Holzhäuserdorf an der Schmiedekoppel wurde als eine Notreserve erhalten. Hier könnten kurzfristig wieder Flüchtlinge untergebracht werden.

Das Container- und Holzhäuserdorf an der Schmiedekoppel wurde als eine Notreserve erhalten. Hier könnten kurzfristig wieder Flüchtlinge untergebracht werden.

Foto: Michael Rauhe

Durch die Ausbreitung des Virus droht sich die Lage auf den griechischen Inseln zu verschlechtern. Der Senat macht Druck.

Hamburg. Der Senat hat gegenüber der Bundesregierung erneut bekräftigt, geflüchtete Familien aus Lagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen. Durch die Ausbreitung des Coronavirus drohe sich die Lage weiter zu verschlechtern, teilte der Senat am Mittwochmittag mit.

Senat: Hamburg ist bereit, Flüchtlinge aufzunehmen

Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) bewertete die Aufnahme von zunächst 50 Minderjährigen als "Geste". Deutschland hatte sich bereit erklärt, in der kommenden Woche zunächst 50 unbegleitete Minderjährige aus den Flüchtlingslagern auf den Inseln des Landes aufzunehmen. Die Landesregierung in Hannover hatte zugesagt, dass die aufgenommenen Minderjährigen ihre Quarantäne von zwei Wochen in Niedersachsen verbringen können.

Notwendig sei jedoch ein "substantieller Beitrag", so Fegebank, "Bund und Länder verfügen auch in der Coronakrise über ausreichende Kapazitäten und die logistischen Mittel, Geflüchtete aufzunehmen und zu versorgen". Die Stadt Hamburg sei bereit, ihren Beitrag zu leisten.

Grote möchte in der Coronakrise Wort halten

Bereits Anfang März hatte sich Innensenator Andy Grote (SPD) für die Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge und Familien aus prekären Situationen in griechischen Lagern eingesetzt. Er bekräftigte das Angebot Hamburgs erneut: „Auch wenn uns die Bewältigung der Coronapandemie derzeit einiges abverlangt - unser Wort gilt", so Grote am Mittwoch.

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Der Koalitionsausschuss der Bundesregierung hatte sich am 8. März 2020 darauf verständigt, rund 1500 Kinder von den griechischen Inseln im Rahmen einer europäischen Initiative aufzunehmen. Mehrere europäische Länder haben sich seitdem grundsätzlich zur Aufnahme von Geflüchteten bereit erklärt. Eine Einigung wird laut Senat jedoch erst für Ende April 2020 zu erwarten sein.