Bürgerschaftswahl 2020

Wie Hamburgs FDP ihre Frontfrau von Treuenfels inszeniert

FDP-Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels-Frowein gibt sich auf den Wahlplakaten nahbar und bodenständig bis burschikos.

FDP-Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels-Frowein gibt sich auf den Wahlplakaten nahbar und bodenständig bis burschikos.

Foto: Christian Charisius / dpa

Bei ihrer Plakatkampagne geben sich die Liberalen volksnah und locker. Thematisch zielen sie auf die bürgerliche Mitte ab.

Hamburg. Der eine oder andere findet es zwar merkwürdig, dass ausgerechnet eine Partei, die das Bürgerliche stark betont wie die FDP, so viele Adlige in beherbergt: all die Grafen Otto, Alexander und Magnus Lambsdorff, Hermann Otto Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich, den Hamburger Parteigeschäftsführer Alexander Fröhlich von Elmbach – oder eben auch Anna-Elisabeth von Treuenfels-Frowein, geborene von der Decken.

Die Vorsitzende der FDP-Bürgerschaftsfraktion und Spitzenkandidatin der Hamburger Liberalen allerdings gibt sich kein bisschen vornehm abgehoben, sondern nahbar und bodenständig bis burschikos. So zeigt sie sich auch auf den Wahlplakaten, mit denen die Liberalen im Bürgerschaftswahlkampf werben wollen und die die Partei jetzt präsentierte.

Auf den Bildern ist die 57 Jahre alte Juristin mal in Rolli und Lederjacke, mal locker in Pullover oder Bluse zu sehen – stets in Schwarz-Weiß, neben dem farblich hervorgehobenen FDP-Logo und dem Slogan „Die Mitte lebt“.

FDP zielt auf bürgerliche Mitte ab

Inhaltlich setzen die Liberalen in der jetzt vorgestellten Kampagne auf die klassischen FDP-Themen Wirtschaft, Bildung und Bürgerrechte. „Hamburgs Wirtschaft braucht wieder einen Verbündeten“, heißt es auf einem der Plakate. „Innovationen retten das Klima, nicht Verbote“, steht auf einem anderen der Motive, „Der Rechtsstaat darf sich nicht auf der Nase rumtanzen lassen“ auf einem weiteren. Mit dem Slogan „Mietpreisbremsen bauen keine neuen Wohnungen“ setzt die FDP auf einen ihrer Klassiker: den freien Markt und den Widerstand gegen zu viel staatliche Regulierung.

Mit „Die Zukunft geht nicht in die Schulen von gestern“, setzt die Partei auf das Thema Bildung, das von Treuenfels-Frowein auch als Fachpolitikerin seit vielen Jahren selbst betreut. „Die FDP steht in der Schulpolitik nicht nur für Eigenverantwortung und Freiheit sondern auch für Fortschritt“, sagte die FDP-Spitzenkandidatin dem Abendblatt. „Wir wollen das digitale Klassenzimmer, damit unsere Schüler wettbewerbsfähig werden für die Zukunft.“

Insgesamt wolle man mit der zentralen Aussage „Die Mitte lebt“ in der Stadt „ein starkes Signal für die Mitte setzen, für bürgerliche Werte“, so von Treuenfels-Frowein. „Wir überlassen die Stadt nicht Links oder Rechts. Die Mitte ist nicht verwaist: Wir machen eine starke Politik für die bürgerliche Mitte.“ Zudem setze die FDP auf „eine starke Wirtschaft für Hamburg“, sagte die gebürtige Niedersächsin. „Gerade in Zeiten der drohenden Rezession brauchen Mittelstand, Handwerk und Industrie einen verlässlichen Verbündeten, die FDP.“ Aufgestellt würden die Plakate wie vorgeschrieben vier Wochen vor der Bürgerschaftswahl vom 23. Februar 2020.