Hamburg

Schüler verteidigen „Antifa“-Sticker an Max-Brauer-Schule

Die Max-Brauer-Stadtteilschule in Bahrenfeld. Andreas Laible

Die Max-Brauer-Stadtteilschule in Bahrenfeld. Andreas Laible

Foto: Andreas Laible

Die Aufkleber brächten Farbe in graues Schulumfeld und seien Ausdruck politischer Überzeugungen der Schüler.

Hamburg.  Im Streit um die auf Anordnung der Schulbehörde entfernten Sticker und Aufkleber der linksextremen „Antifa Altona Ost“ und anderer Gruppen auf Fluren und an Klassentüren der Max-Brauer-Stadtteilschule in Bahrenfeld haben sich nun die Schüler zu Wort gemeldet.

Wie berichtet, hatte die AfD-Bürgerschaftsfraktion in einer kleinen Anfrage die Plakate und Aufkleber dokumentiert, auf deren Existenz offensichtlich über das sehr umstrittene AfD-Meldeportal „Neutrale Schulen Hamburg“ anonym hingewiesen worden war.

Sticker brächten Farbe in den Alltag

„Die Aufkleber und Plakate, welche der AfD wegen entfernt werden mussten, waren ein Ausdruck der politischen Überzeugung von Generationen von Schülern und Schülerinnen, die jetzigen einschließend“, heißt es in einer Erklärung der Schülervertretung und der Oberstufenklassen der Max-Brauer-Schule.

Die Aufkleber seien zudem „das Einzige, was von uns wirklich ungebunden frei an Gestaltung an den Schulen stattfindet, und sie sind es auch, die etwas Farbe in das sonst so graue Arbeitsumfeld zu bringen vermögen“.

Schüler bei antifaschistischen Gruppen

Die Schüler der Max-Brauer-Schule weisen den AfD-Vorwurf, linksextreme Gruppierungen würden versuchen, „Einfluss auf Schüler in diversen Hamburger Schulen zu erlangen“, zurück. „Was die AfD dabei gekonnt umgeht, ist die Tatsache, dass nicht die antifaschistischen Organisationen zu uns an die Schule kommen , sondern diese aus uns Schülern bestehen, welche sich selbstständig und ohne Meinungsdruck zu dieser Haltung entschlossen und bekannt haben“, heißt es in der Erklärung.

Die Schulbehörde war bereits im März an der Ida-Ehre-Stadtteilschule im Stadtteil Hoheluft-Ost eingeschritten und hatte angeordnet, Material zu entfernen, „das mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule nicht zu vereinbaren wäre“.