Verkehrspolitik

Rot-Grün will S-Bahn-Strecke nach Bergedorf ausbauen

Eine S-Bahn am Bahnhof Bergedorf: Nach dem Willen der Regierungsfraktionen soll die Kapazität der Strecke ausgebaut werden.

Eine S-Bahn am Bahnhof Bergedorf: Nach dem Willen der Regierungsfraktionen soll die Kapazität der Strecke ausgebaut werden.

Foto: Marcelo Hernandez

Die Strecke von S21 und S2 soll für Langzüge fit gemacht werden. Was passieren muss, damit Bahnen mit neun Waggons fahren können.

Hamburg. SPD und Grüne wollen die S-Bahn-Strecke nach Bergedorf ausbauen lassen. In einem gemeinsamen Bürgerschaftsantrag fordern die beiden Regierungsfraktionen jetzt, eine Ertüchtigung der Linie S21 und der Verstärkerlinie S2. Hintergrund: Derzeit können Langzüge auf der Strecke noch nicht eingesetzt werden.

Zwar würden die Bahnsteige bis Bergedorf mit einer Länge von mindestens 200 Metern ausreichend Platz für Langzüge mit neun Wagen und bis 1500 Fahrgästen bieten, so die Fraktionen in dem Antrag. Die Stromversorgung an den Gleisanlagen sei jedoch nicht für Langzüge ausgelegt und muss entsprechend angepasst werden. Das soll nun geschehen. Dabei geht es auch um den Anschluss des geplanten neuen Stadtteils Oberbillwerder.

Mit dem Antrag fordern SPD und Grüne den Senat auf, „darauf hinzuwirken, dass die Eisenbahninfrastrukturunternehmen die Voraussetzungen dafür schaffen, auf der S-Bahn-Strecke bis Bergedorf einen nachfragegerechten Langzugeinsatz umsetzen zu können“. Bis zum vierten Quartal 2020 solle der Senat über den Stand der Planung berichten.

SPD und Grüne einig: S-Bahn nach Bergedorf muss verstärkt werden

„Bergedorf ist durch die Angebotsoffensiven I und II noch dichter ans Zentrum gerückt“, sagte SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf. "In Bergedorf haben mich viele Bürger auf die S-Bahn angesprochen. Dabei ist deutlich geworden, dass die S-Bahn ihre Leistungen verbessern muss, wenn sie als zuverlässige Alternative zu anderen Verkehrsmitteln wahrgenommen werden will.“

Auch Grünen-Verkehrspolitiker Martin Bill betont, dass die Kapazitäten auf der S-Bahn-Strecke nach Bergedorf bereits ausgeweitet würden und dort ab Dezember 2019 ausschließlich Vollzüge mit sechs Wagen fahren sollen. „Durch die Entwicklung des neuen Stadtteils Oberbillwerder mit bis zu 15.000 Neubürgern sowie bis zu 5000 Arbeitsplätzen und der Zielsetzung eines autoarmen Stadtteils ist aber schon heute klar: Die Kapazitäten des ÖPNV müssen auf dieser Strecke ausgeweitet werden.“