Hamburg

Stefanie von Berg wird neue Bezirksamtsleiterin in Altona

Stefanie von Berg (Grüne) gehörte von 2011 bis 2018 der Bürgerschaft an.

Stefanie von Berg (Grüne) gehörte von 2011 bis 2018 der Bürgerschaft an.

Foto: Roland Magunia

Nicht nur Grüne und SPD, auch CDU empfiehlt die 55-Jährige. Ihre Wahl zur Altonaer Bezirksamtschefin ist damit so gut wie sicher.

Hamburg. Die frühere Bürgerschaftsabgeordnete der Grünen, Stefanie von Berg, wird neue Bezirksamtsleiterin in Altona. Da nicht nur die Grünen, sondern auch die SPD- und CDU-Bezirksfraktion die 55-Jährige empfehlen, ist ihre Wahl so gut wie sicher.

„Wir glauben, dass Stefanie von Berg fachlich geeignet ist, die Belange der Altonaer Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Bezirkspolitik zu vertreten“, sagte Marcus Weinberg, Kreisvorsitzender der CDU Altona/Elbvororte am Mittwoch. Der Kreisvorstand der CDU Altona der Altonaer CDU-Fraktion habe einstimmig empfohlen, Stefanie von Berg als Nachfolgerin von Liane Melzer (SPD) zu wählen.

Rede zu Zuwanderung löste Shitstorm aus

Laut "NDR 90,3" hatte von Berg auch schon beim Vorstellungsgespräch in Hamburgs Finanzbehörde bei SPD-Fraktionschef Thomas Adrian gepunktet. Einhellige Meinung sei, dass sie die am besten geeignete Bewerberin ist, sagte Adrian gegenüber "NDR 90,3". "Sie will in der Bezirksversammlung einen parteiübergreifenden Konsens finden."

Die profilierte Schulpolitikerin der Grünen gehörte von 2011 bis Ende 2018 der Bürgerschaft an. Bundesweit bekannt wurde sie 2015 durch eine Rede im Parlament, in der sie sich positiv über Zuwanderung geäußert hatte. Nachdem die AfD einen Ausschnitt der Rede ins Internet gestellt hatte, brach ein Shitstorm ausländerfeindlicher und rechtsextremer Äußerungen über die Abgeordnete herein. Über Wochen wurde sie beleidigt, verunglimpft und bedroht.

Der ausschlaggebende Grund für ihren Rückzug aus der Politik Ende 2018 war jedoch ein anderer: Nicht zu letzt durch die Vorverlegung der Bürgerschaftssitzungen von 15 auf 13.30 Uhr konnte die Leiterin des Studienseminars Stade für das Lehramt an berufsbildenden Schulen Job und Mandat kaum noch unter einen Hut bringen – und legte ihr Mandat schweren Herzens nieder.