Hamburg

Grünen-Politikerin schlägt 8. März als neuen Feiertag vor

Mareike Engels (Grüne) ist seit 2015 Bürgerschaftsabgeordnete  HA/Sandten

Mareike Engels (Grüne) ist seit 2015 Bürgerschaftsabgeordnete HA/Sandten

Foto: MS / HA / MArk Sandten

Unterstützung für internationalen Frauentag auch von einigen Abgeordneten von SPD und Linken. Hamburg wäre bundesweit Vorreiter.

Hamburg.  Die Mehrheit für die Einführung des Reformationstages am 31. Oktober als neuen gesetzlichen Feiertag scheint in der Bürgerschaft sicher zu sein. Doch wenn die 121 Abgeordneten auf ihrer Sitzung am 28. Februar über einen zusätzlichen arbeitsfreien Tag in Hamburg debattieren, wird auch ein Antrag zur Abstimmung stehen, der den Weltfrauentag am 8. März zum Feiertag erheben will.

Die Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Mareike Engels hat die Initiative für den 8. März gestartet und wird voraussichtlich Unterstützerinnen bei SPD und Linken finden, denn bei der Entscheidung über den neuen Feiertag ist der Fraktionszwang aufgehoben.

Feminismus notwendig

„Der Weltfrauentag ist international, interkulturell und zelebriert vor allem Vielfalt, Solidarität und gleiche Rechte“, sagt Engels. „Es wäre der richtige Feiertag für Hamburg, und unsere Stadt könnte hier bundesweit vorangehen.“ Am 8. März könnten und sollten „die bisherigen Errungenschaften für Frauen gefeiert und ihr Engagement gewürdigt werden“. So bestehe das Frauenwahlrecht 2018 seit 100 Jahren.

„Wir können mit dem Feiertag zugleich weitere Verbesserungen anmahnen“, sagt die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. „Das ist mir gerade jetzt, wo rechte Gruppierungen Stimmung gegen Frauenrechte machen, wichtiger denn je.“ Auch die #metoo-Debatte zeige, dass Feminismus notwendig sei. Im Übrigen sei der Frauenanteil im Bundestag so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. „Wir haben also genug, wofür wir noch kämpfen müssen und weshalb wir am 8. März wütend auf die Straße gehen“, sagt Engels.

Gegen religiösen Feiertag

Die Grünen-Politikerin hält nichts davon, einen weiteren religiösen Feiertag einzuführen. „Es sind bereits sechs unserer neun Feiertage christlich konnotiert. In Hamburg leben aber auch viele Angehörige anderer Religionen – ganz zu schweigen von den vielen Menschen, die gar keiner Religion angehören.“

Zwei Frauen in der Grünen-Fraktion mit gegensätzlichen Positionen: Die religionspolitische Sprecherin Stefanie von Berg unterstützt den Gruppenantrag, der den Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag machen will. „Es geht mir nicht darum, einen weiteren religiösen Feiertag zu installieren. Ich wünsche mir, dass der 31. Oktober dafür steht, dass unsere Gesellschaft immer wieder Erneuerung braucht, dass Missstände benannt und behoben werden – so wie damals vor 500 Jahren im Zuge der Reformation“, sagt von Berg.