Thesenpapier

AfD kontert die Grünen und spendiert Kinderschokolade

Hamburgs AfD-Chef Bernd Baumann

Hamburgs AfD-Chef Bernd Baumann

Foto: Daniel Bockwoldt / picture alliance

Der Hamburger AfD-Chef Bernd Baumann nimmt das Thesenpapier der Grünen, wie man mit seiner Partei umgehen soll, mit Humor.

Hamburg. „Wenn sich alle mit uns beschäftigen, machen wir offensichtlich alles richtig – und Kinderschokolade finden wir auch ganz lecker!“, sagte der Hamburger AfD-Chef Bernd Baumann am Montag als Reaktion auf ein Thesenpapier der Hamburger Grünen zum Umgang mit seiner Partei, das das Abendblatt exklusiv veröffentlicht hatte.

„Dass gerade die Hamburger Grünen schon im Titel ihres Papiers mehr ‚Toleranz und Pluralismus‘ einfordern, entbehrt nicht einer gewissen Komik“, so Baumann „In der Bürgerschaft lehnen sie ausnahmslos jeden unserer Anträge ab, egal, ob es sich dabei um Verkehr, Schule, Wissenschaft oder andere Politikbereiche handelt – nur weil er von der AfD stammt.“ Die „vollständige parlamentarische Ausgrenzung der AfD“ zeige sich auch bei „Wahlen von Deputierten und Mitgliedern der Härtefallkommission“, so der AfD-Chef.

AfD spendiert Abgeordneten Kinderschokolade

„Der zweite Teil der Überschrift des Grünen-Papiers lässt auch einen anderen Hergang möglich erscheinen“, so Baumann weiter. „Dort heißt es ‘Mehr Kinderschokolade im Umgang mit der AfD!’ Vielleicht wollen die Grünen hier einfach nur ihre politisch-geistige Unterzuckerung signalisieren. Das würde vieles an Irrsinn der letzten Monate erklären.“

Da die Grünen „mehr Kinderschokolade als Problemlösung ausrufen, spendieren wir jedem Abgeordneten der Grünen gerne eine Tafel in der nächsten Plenarsitzung“, so Baumann. „Vielleicht klappt es danach sogar mit jener parlamentarischen Mindest-Zusammenarbeit im Sinne eines souveränen Pluralismus, den die Bürger von allen ihren demokratisch gewählten Parlamentsfraktionen erwarten müssen.“

Grüne raten zu positiven Emotionen

Die Hamburger Bundestagsabgeordnete Anja Hajduk und Justizsenator Till Steffen hatten in ihrem Papier gefordert, der mit negativen Emotionen wie Angst und Wut arbeitenden AfD auch mit positiven Emotionen zu begegnen. „Das beste Beispiel ist sowieso Kinderschokolade: Der Rassismus, der zutage kam, als Kinderbilder von Nationalspielern gezeigt wurden, begegnete kollektiver Heiterkeit“, so die Grünen.

Mit Blick auf den Bundestagswahlkampf hatten sie für einen eher defensiven Ansatz der Grünen plädiert. Statt über neue gesellschaftliche Veränderungen nachzudenken, „wird es unsere Rolle sein müssen, dafür zu stehen, dass vieles so bleibt, wie es ist“. Damit änderten sich Schwerpunkte und Rhetorik im Wahlkampf, so Hajduk und Steffen. „Wir wollen Vielfalt bewahren und die freiheitliche, demokratische Grundordnung sowie selbstbewussten Parlamentarismus verteidigen.“