Harburger Bürgerinitiativen verlangen mehr Transparenz

Harburg. 1800 neue Plätze für Asylbewerber sollen bis Ende kommenden Jahres südlich der Elbe entstehen, mehr als in jedem anderen Hamburger Stadtbezirk. Lag Harburg im August mit 839 Plätzen noch auf Rang sechs, so wird es dann mit etwa 3000 Plätzen auf Rang vier vorrücken, hinter Mitte (3700), Wandsbek (3600) und Altona (3200). „Es ist eine Tatsache, dass Harburg in der Vergangenheit deutlich weniger Unterkünfte bereitgestellt hat als die meisten anderen Bezirke. Deshalb sind die aktuellen Planungen durchaus nachvollziehbar“, so Bezirksamtsleiter Thomas Völsch.

Von den 2231 Plätzen, die in den nächsten zwölf Monaten allein für die zentralen Erstaufnahmen aufgebaut werden, entsteht mit 992 fast die Hälfte in Harburg. Dafür vorgesehen sind neben den bis zu 500 Plätzen auf dem Schwarzenberg weitere 300 an der Schlachthofstraße am Elbcampus und 192 an der Poststraße. Zudem sollen für die Folgeunterbringung im „beschleunigten Verfahren“ in der Unterbringung Lewenwerder II 120 Plätze sowie in Bostelbek 168 Plätze entstehen. Weitere 400 Plätze sind auf einem Wohnschiff und zwei Pontons mit Modulaufbauten im Binnenhafen geplant. Einen Bericht, nach dem das derzeit in Rotterdam liegende Wohnschiff „Transit“ bereits im November nach Harburg gebracht werden solle, widersprach Marcel Schweitzer, Sprecher der Sozialbehörde, gestern allerdings gegenüber dem Abendblatt.

Die extreme Ballung von Flüchtlingsunterkünften im Sozialraum Hafen/Bostelbek sowie Harburg-Zentrum hatte zuvor Bürgerinitiativen auf den Plan gerufen. Nach anfänglichem Widerstand hatten sie sich zuletzt überaus kooperativ gezeigt – im Gegenzug aber mehr Transparenz bei den Entscheidungen der Behörden gefordert. Doch die „notwendige und unverzichtbare Bürgerbeteiligung“ sehen die Mitglieder der Initiativen nach wie vor nicht gewährleistet.