Wohnraum für Azubis ist knapp – und teuer

180 Plätze entstehen in der Stadt. Doch die Preise sind hoch: 17,2 Quadratmeter sollen 470 Euro warm kosten

Farmsen-Berne. Für die rund 39.000 Auszubildenden gibt es in Hamburg zu wenig bezahlbaren Wohnraum, darüber sind sich Wirtschaft, Politik und Senat weitgehend einig. Bereits seit Jahren ist die Stiftung Azubiwerk auf der Suche nach einem geeigneten Objekt mit 500 Plätzen. Immerhin gibt es nun konkrete Pläne: Stadt, Investoren und die Stiftung stehen kurz vor Vertragsabschluss für einen Neubau mit rund 160 Plätzen an der Hammer Straße in Wandsbek.

Die Kosten für einen Wohnheimplatz sollen dort bei 203 Euro Kaltmiete pro Monat liegen. Die ersten Azubis sollen im August 2015 einziehen. Aber das soll nur der Anfang sein: „Auf lange Sicht brauchen wir ausreichend bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende“, sagte SPD-Wirtschaftsexperte Hansjörg Schmidt.

So lange können Auszubildende auf das neue Angebot der Stadt zurückgreifen – sofern die Azubis Geld haben: Denn 60 Plätze stellt das Internat des Berufsförderungswerks an der August-Krogmann-Straße in Farmsen-Berne zur Verfügung – zu einem mehr als stolzen Preis: Ein Zimmer mit 12,27 Quadratmetern soll 360 Euro warm, damit also mehr als 29 Euro pro Quadratmeter, kosten. Das Badezimmer ist auf dem Gang, und es gibt nur eine Gemeinschaftsküche.

Allerdings macht Marcel Schweitzer, Sprecher der Sozialbehörde, eine andere Rechnung auf: „Das Bad auf dem Gang hat 3,7 Quadratmeter, und die müssen auch mit eingerechnet werden. Damit sind es 15,97 Quadratmeter, die zur Verfügung stehen, und es ergeben sich 22,54 Euro pro Quadratmeter.“

Insgesamt schafft die Stadt Hamburg 180 Wohngelegenheiten für Auszubildende. 70 davon bietet das Studierendenwerk an. 50 weitere Apartments stellt die GBI AG am Hühnerposten zur Verfügung. Ein Einzelapartment kostet dort 470 Euro pro Monat Warmmiete und hat eine Größe von 17,2 Quadratmetern.