G8-Erleichterungen: Opposition fürchtet um Niveau an Gymnasien

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Hamburg. Schulsenator Ties Rabe hatte Verbesserungen bei Hausaufgaben, Wochenstunden und Klausurterminen bereits vor rund einem Jahr im Abendblatt angekündigt, die einzelnen Maßnahmen dann aber in zahlreichen Gesprächen mit Eltern und den Schulleitern von Gymnasien abgestimmt, bevor er sie jetzt präsentierte. Eine Entlastung der Schüler bei G8 ist nach seiner Überzeugung auch dann sinnvoll, wenn die Initiative „G9-Jetzt-HH“ bei dem von ihr angestrebten Volksentscheid eine Rückkehr zur neunjährigen Schulzeit durchsetzen sollte. Denn: Auch nach Vorstellung der Initiative solle das Angebot des achtjährigen Abiturs erhalten bleiben, so Rabe.

Die Sprecherin des Elternbündnisses, Mareile Kirsch, findet jedoch: Mit den von ihm vorgestellten „Last-minute-Entlastungen“ säge der Senator „am Ast, auf dem wir alle sitzen: An der Qualität der Bildung unserer Kinder“. Die Beschränkung auf eine Hausaufgabe pro Woche in den Kernfächern bedeute eine weitere Reduktion der Qualität gymnasialer Bildung, so Kirsch.

Auch die Oppositionsparteien halten den Vorstoß der Bildungsbehörde nicht für zielführend. „Diese Vorgaben des Senats sind kleinteilig und sorgen nicht für eine Entlastung und Qualitätsverbesserungen an den Gymnasien“, sagte Karin Prien, schulpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Ihre Partei fordere an allen Gymnasien eine Rhythmisierung des Schulalltags: „Dazu gehört auch die Schaffung von Kantinen, Rückzugsräumen und Arbeitsplätzen für Lehrer und Schüler.“ 34 Wochenstunden in der Mittelstufe seien zwar ein angemessener Richtwert, aber die pädagogisch sinnvolle Gestaltung des Unterrichts sollte den Lehrern und Schulen überlassen werden. Der Sprecher des Elternbündnisses „Wir wollen lernen“, Walter Scheuerl, befürchtet ein Absenken des Niveaus und Anforderungsprofils der Gymnasien. Er hält eine Schulgesetzänderung, die die Vergabe von Hausaufgaben beschränkt, zudem für nicht verfassungskonform, weil sie gegen die Freiheit von Forschung und Lehre verstoße.

Die FDP-Bildungspolitikerin Anna von Treuenfels wirft Rabe vor, zu spät zu reagieren. „Drei Jahre ist dieser Schulsenator im Amt, seit über einem Jahr redet er von der Entlastung der Gymnasiasten im G8, jetzt endlich präsentiert er Maßnahmen – und die enthalten auch noch weitgehend Selbstverständlichkeiten.“

( (inga) )