3500 Schüler demonstrieren für Afrika-Flüchtlinge

Behörde: Keine Befreiung vom Unterricht. Eltern sollen Entschuldigung schreiben

Hamburg. Sie hatten sich über Facebook organisiert und zogen mit Transparenten durch die Hamburger City: Rund 3500 Schüler demonstrierten am Donnerstag für die Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg und gegen die Migrationspolitik des SPD-Senats und der Europäischen Union.

Bei dem friedlichen Protest, der von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und den Linken unterstützt wurde, forderten die Mädchen und Jungen ein „Bleiberecht für alle“ sowie den Stopp der deutschen Rüstungsexporte. Nadia Abd El Hafez, Sprecherin der Streikinitiative, sagte, ein Schulstreik sei ein geeignetes Mittel, um auf die Missstände hinzuweisen. „Wir sind die Zukunft der Stadt.“

Ein Sprecher der Bildungsbehörde sagte, dass eine Befreiung vom Unterricht nicht gewährt worden sei. Wer trotzdem fehle, werde ins Klassenbuch eingetragen und brauche eine Entschuldigung der Eltern.

Beim Aktionsbündnis hieß es, über weitere Proteste werde in der nächsten Woche entschieden. Ein SPD-Sprecher sagte dem Abendblatt: „Wenn sich Schülerinnen und Schüler mit Politik auseinandersetzen, ist das völlig in Ordnung. Wir sind mit den jungen Leuten im Gespräch.“