Hamburg: „Lesen durch Schreiben“ soll auf Prüfstand

FDP kritisiert umstrittenes Lernkonzept scharf. Behörde regt Experten-Anhörung an

Hamburg. Die FDP-Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert den Verzicht auf die umstrittene Lernmethode „Lesen durch Schreiben“ an Grundschulen. Dabei orientieren sich die Schüler an der Aussprache der Wörter und versuchen, die Buchstaben mithilfe einer Anlauttabelle zu finden. Es gehört zum Prinzip des Konzepts, dass der Lehrer Fehler nicht korrigiert. „Das muntere Drauflosschreiben der Kinder ohne vernünftige Lerngrundlage führt zu dem dramatischen Ergebnis, dass sich falsche Schreibweisen innerhalb kürzester Zeit für immer einprägen“, kritisiert Anna von Treuenfels.

In einem Bürgerschaftsantrag fordern die Liberalen, dass im Bildungsplan Deutsch die Verwendung von „Lesen durch Schreiben“ und verwandter Methoden ausdrücklich verboten wird. Bislang ist es den Schulen weitgehend freigestellt, nach welchen Konzepten Schüler Lesen und Schreiben lernen.

In der Schulbehörde stößt die Forderung der FDP auf Interesse. „In ganz Deutschland und auch in Hamburg sinkt offensichtlich das Rechtschreibniveau der Schülerinnen und Schüler“, sagt Behördensprecher Peter Albrecht. Es sei deswegen an der Zeit, „mit Experten und Lehrkräften diese Entwicklung sorgfältig zu analysieren und ein Konzept zu entwickeln“. Erster Schritt könne nach Auffassung von Schulsenator Ties Rabe (SPD) eine Expertenanhörung im Schulausschuss sein.