Förderprojekt

Senat: Fast 8000 Schüler erhalten kostenlose Nachhilfe

Mehr als ein Drittel davon stammten aus sozial benachteiligten Familien. Die Opposition kritisierte das Programm als Mogelpackung.

Hamburg. Fast 8000 Schüler in Hamburg profitieren nach Angaben des Senats von der neuen kostenlosen Nachhilfe. Das Projekt sei gut gestartet, erklärte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Donnerstag in der Hansestadt. „Bereits jetzt profitieren 7689 Schülerinnen und Schüler an 280 der 299 befragten staatlichen Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien und Sonderschulen von dieser bundesweit einmaligen Förderung.“ Mehr als ein Drittel davon stammten aus sozial benachteiligten Familien. Die Opposition aus CDU, FDP und Grünen kritisierte das Programm als Mogelpackung.

Die Schulbehörde hatte im Mai entschieden, die Mittel aus dem Programm „Fördern statt Wiederholen“ und dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung auf bis zu 7,8 Millionen Euro pro Jahr aufzustocken und so eine kostenlose Nachhilfe zu finanzieren. Rabe betonte: „Das Angebot findet direkt in der Schule statt, ist qualitativ hochwertig und kostenlos.“ Das erspare Eltern und Kindern viele Sorgen, erhebliche Kosten und die sonst üblichen Laufereien, sagte der Senator.

Laut CDU profitieren jedoch nur 5,4 Prozent der Schüler von dem Nachhilfeangebot. Dabei habe eine Studie der Bertelsmann-Stiftung bereits 2010 festgestellt, dass in Hamburg 19 Prozent der Schüler eines Jahrgangs Nachhilfe in Anspruch nehmen. Der CDU-Schulexperte Robert Heinemann erklärte: „Rabe hat schnell festgestellt, dass er sein Versprechen nicht bezahlen kann und die Zugangsbedingungen entsprechend verschärft.“ Jetzt bekämen nur Schüler Nachhilfe, die in einem Fach bereits auf 5 stehen. „Alle anderen gehen leer aus.“

Ties Rabe ist neuer Präsident der Kultusministerkonferenz

Schulsenator: Kein Bedarf für mehr Begabtenförderung

FDP-Fraktionsvize Anna von Treuenfels stellte die Untersuchung des Senators zur Nachhilfeförderung generell infrage: Er habe einen Wust an Zahlen stichprobenartig aus den Hamburger Schulen zusammentragen lassen, die letztlich nur eines belegten: „Es sitzen einige tausend Schüler im Nachhilfe-Förderunterricht.“ Wie viele Förderstunden Schüler mit welchem Nachholbedarf erhielten und welche erkennbaren Fortschritte sie danach machten, werde nicht geklärt, kritisierte auch die GAL-Schulexpertin Stefanie von Berg. Treuenfels betonte: Solange es keine entsprechende Untersuchung gebe, sei „das Selbstlob des Senators in Sachen Nachhilfeförderung so verfrüht wie überflüssig“. (dpa/abendblatt.de)

Entdecken Sie Top-Adressen in Ihrer Umgebung: Nachhilfe in Hamburg