Altona

Machen Investoren der Neuen Mitte 181 Millionen Euro Gewinn?

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Der Masterplan für neuen Stadtteil mit 2000 Wohnungen steht vor dem Abschluss. 2012 könnte es dann bereits konkrete Bebauungspläne geben.

Altona. Der Masterplan für einen komplett neuen Stadtteil mit bis zu 2000 neuen Wohnungen in Altona befindet sich offenbar auf der Zielgeraden. Bei einem Bürgerforum zur sogenannten Neuen Mitte Altona stellte Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter jetzt die nächsten Verfahrensschritte vor, musste sich aber auch deutliche Kritik anhören. Noch im Herbst soll der Masterplan mit Vorgaben zur künftigen Bebauung im Gleisbogen an der Harkortstraße vorliegen, 2012 könnte es konkrete Bebauungspläne geben. Teilnehmer des Forums in der Louise-Schroeder-Schule an der Thedestraße bemängelten allerdings, dass es trotz mehrfacher Bürgerbeteiligungsrunden zu wenige Rückmeldungen der Behörden zu den Vorschlägen von Bürgern gebe. "Das ist zu wenig und frustriert", sagte ein Teilnehmer. Kritik gab es auch von der Initiative "altopia" an den Verhandlungen zwischen Stadt und künftigen Investoren. Binnen fünf Jahren würden die Investoren einen Gewinn von 181,3 Millionen Euro realisieren können, wenn die Gewerbe- und Bahnflächen durch die Stadt zu Bauland gemacht würden. Ein Teil dieses riesigen Gewinns müsse an die Stadt zurückfließen, um dort bezahlbare Wohnungen finanzieren zu können, forderte altopia-Sprecher Thomas Leske.

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Oberbaudirektor Walter bezweifelte seine Gewinnrechnung und verwies auf andere Kalkulationen von Gutachtern. Gleichwohl solle das Thema Finanzen weiter geprüft werden und auch im Oktober Gegenstand des Bürgerbeteiligungsverfahrens werden, das längst noch nicht abgeschlossen sei, so Walter.

Der Politikprofessor Wolfgang Gessenharter, der das Beteiligungsverfahren für die Stadt koordiniert, kündigte in diesem Zusammenhang an, dass die Ideen und Forderungen zu dem Masterplan in Kürze in einer Zusammenfassung vorliegen würden. Dabei müsse es dann eine klare Regel geben: "Entweder wird ein Vorschlag umgesetzt - oder die Planer müssen detailliert und öffentlich begründen, warum dies nicht geschehen kann."