Hamburg

Studenten-Protest vor Rathaus: Wir kommen, um zu bleiben

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Die Studenten protestieren gegen Kürzungen im Etat. Sie richten sich auf längere Proteste ein, Geplant ist ein Camp und weitere Aktionen.

Hamburg. Eine symbolische Besetzung des Rathausmarkts, Open-Air-Vorlesungen in der Innenstadt und Flashmobs unter dem Motto "Haare kürzen statt Uni kürzen" - jetzt machen die Studenten gegen die Sparpläne an den Hamburger Universitäten mobil. Die Protestkampagne, zu der Uni-Präsident Dieter Lenzen vor einigen Tagen öffentlich aufgerufen hatte, soll am Dienstag mit einem Sternmarsch zum Rathausmarkt starten. Dort treffen sich am Nachmittag die Mitglieder des Wissenschaftsausschusses. Die Anhörung der Hochschulpräsidenten zu den geplanten Kürzungen des Senats sollte eigentlich im Audimax stattfinden, wurde aber kurzfristig ins Rathaus verlegt. Die Polizei erwartet mehrere Tausend Demonstranten. Nach Berechnungen der Hochschulen will der Senat ihr Budget um sechs bis zehn Prozent kürzen.

Die Studenten richten sich auf einen längeren Protest ein. Geplant ist ein Camp unter dem Motto "Wir gehen nicht nach Hause. Wir kommen, um zu bleiben!" Bereits von Dienstag an wollen sie mit mehreren öffentlichen Vorlesungen auf die Situation aufmerksam machen, unter anderem spricht Wirtschaftsrechtsprofessor Udo Reifner über "Studienfinanzierung und soziale Verantwortung".

Inzwischen melden sich immer mehr Unterstützer. Auf den Facebook-Seiten "Hamburger Hochschulen - Kampf um die Zukunft" und "Mehr Uni Hamburg" hatten sich am Sonntag mehr als 600 Fans registriert, darunter auch Prominente wie der Publizist Roger Willemsen.

Die Sparpläne im Wissenschaftsetat werden auch Thema in der Bürgerschaftssitzung am Mittwoch sein. Die FDP fordert in einem Antrag, die Hafen-City-Universität (HCU) und die TU Harburg zusammenzulegen, um Kosten zu sparen. Dieser Plan wird nach Informationen des Abendblatts auch in der SPD diskutiert. Aus Sicht der Elbliberalen ist "eine weitere Hochschule wie die HCU in Zeiten großer Sparvorhaben im Wissenschaftsbereich nicht nötig". Der Senat sollte beide Hochschulen integrieren, sagte die Fraktionsvorsitzende Katja Suding dem Abendblatt. "Damit ließe sich nach unserer Erwartung ein guter Teil der 13 Millionen Euro hereinholen, den Senatorin Stapelfeldt allen Hochschulen streichen will."