Privatschulen wollen Kürzungen nicht hinnehmen

Hamburg. Die Ankündigung des Senats, dass die Schulbehörde 68 Millionen Euro sparen muss, hat bei den Privatschulen Unruhe ausgelöst. Ihre Zuwendungen sollen um 7,7 Millionen Euro gekürzt werden.

Der Verwaltungsratsvorsitzende des katholischen Schulamts, Monsignore Peter Mies, sagte zu den Sparplänen: "Ich halte fest: Nach all den großen Plänen der Koalition, die Schulen zu stärken, ist das Erste, was konkret bei uns ankommt, eine Kürzung für die katholischen Schulen in Millionenhöhe. Eine bittere Bilanz. Wir werden das nicht klaglos hinnehmen." Der Katholische Schulverband ist mit etwa 9600 Schülern der größte private Träger.

Auch Andreas Haase, kaufmännischer Geschäftsführer der Brecht-Schulen, wurde von den Sparbeschlüssen überrascht: "Unsere Erwartung ist eigentlich in eine andere Richtung gegangen. Erst einmal müssten die Mehrkosten, die durch mehr Lehrer in den kleineren Klassen entstehen, unter dem Strich ja zu steigenden Kosten führen. Das wirkt sich auf die Schülerjahreskosten aus." Die Privatschulen erhalten 85 Prozent der Schülerjahreskosten, die an staatlichen Schulen anfallen.

Kritik kam auch vom schulpolitischen Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Ties Rabe: "Die einzigen größeren Sparbeiträge sollen von den Privatschulen und vom Nachbarland Schleswig-Holstein kassiert werden. Ich bin gespannt, wie das angesichts der bisherigen Abkommen und Verträge funktionieren soll."