Katharinenhof

Bezirksamt schaltet sich in Blankeneser Zaunstreit ein

Ein Bauzaun um Katharinenhof versperrt Fußgängern und Anwohnern Zugang in den Baurs Park. Eigentümer führt Sicherheitsgründe an.

Hamburg. "Betreten verboten" - um den Katharinenhof in Blankenese gibt es Ärger. Seit einigen Wochen können Fußgänger einen öffentlichen Weg zwischen dem klassizistischen Herrenhaus und der dazugehörigen Remise im Baurs Park nicht mehr nutzen, weil der Besitzer einen Bauzaun aufgestellt hat. Auch der Zugang zu einer Wiese im Park ist versperrt. Die Blankeneser sind empört.

Der Fall hat auch den SPD-Bezirkspolitiker Wolfgang Kaeser auf den Plan gerufen: "Der Zaun ist rechtswidrig." Auch wenn das Grundstück in Privatbesitz sei, müssten Wege und Rasenfläche öffentlich zugänglich sein. "Das ist bei der Vergabe vertraglich so geregelt worden", sagt Kaeser, der Mitglied des Bau- und Planungsausschusses ist.

2009 hatte die Stadt Hamburg den stark sanierungsbedürftigen Katharinenhof, in dem zuletzt das Einwohneramt Blankenese untergebracht war, sowie das Kutscherhaus - bekannt als "Musenstall", weil dort lange die Bücherhalle war - an die Bishop GmbH verkauft. Nach den Plänen von Eigentümer Peter W. Bishop soll in dem denkmalgeschützten Komplex ein Tagungszentrum für die Luftfahrtindustrie mit Restaurant entstehen. Große Bauschilder stehen inzwischen - und der strittige Zaun.

"Aber von Bauarbeiten ist nichts zu sehen", sagt Ulf A. Wenzel. Der Heizungsbauer ist regelmäßig mit seinem Hund in der Gegend unterwegs und muss jetzt einen Bogen zu einem Eingang weiter südlich machen. Auch die Anwohner sind empört. Vor ihrer Gartenpforte in Richtung Park hätten Anfang Dezember plötzlich zwei große Gitter gestanden, sagt Sabine Crasemann. "Das ist mein schneller Weg zu Markt, Kirche und Bahnhof. Den benutze ich seit 46 Jahren", sagt die Rentnerin und ließ den Zaun kurzerhand zur Seite räumen. "Ich sehe nicht ein, dass ich eingesperrt werde, solange noch gar nichts passiert." Auch ihre Nachbarn sind betroffen und haben sich inzwischen an SPD-Politiker Kaeser gewandt. "Herr Bishop will offenbar den Eindruck erwecken, dass ganze Areal sei privat", sagt Kaeser.

Der neue Eigentümer fühlt sich zu Unrecht angegriffen. Bishops Rechtsanwältin Edith Regerbis sagte auf Anfrage des Abendblatts: "Aus Sicherheitsgründen muss das Gelände während der Bauzeit abgesperrt werden - wie bei jeder anderen Baustelle auch. Das Wegerecht ist für diese Zeit nicht nutzbar." Die Juristin beruft sich auf Absprachen mit den Behörden. Arbeiten im Innenbereich liefen bereits, demnächst beginne die Schadstoffentsorgung. Der eigentliche Baustart soll im Frühjahr sein.

Inzwischen hat sich das Bezirksamt Altona in den Blankeneser Zaunstreit eingeschaltet und Bischof eine Anordnung geschickt, den derzeitigen Zaun abzubauen. "Wenn es losgeht, werden wir einen Bauzaun genehmigen, aber in geringerem Umfang", sagt Sprecher Nils Fischer. "Weg und Rasenfläche müssen frei bleiben." Dagegen hat Bishop Widerspruch eingelegt.