SPD wirft Finanzsenator vor, Hamburgs Eltern zu belügen

Die Erhöhung der Kita-Gebühren bringt weiter die Opposition gegen den Senat auf. SPD-Kita-Expertin Carola Veit hat Finanzsenator Carsten Frigge (CDU) nun vorgeworfen, Hamburgs Eltern zu belügen: "Herr Frigge stellt falsche Behauptungen auf, um die Sache schönzureden", sagte Veit.

Im Interview mit dem Abendblatt hatte Frigge gesagt, die Erhöhung der Kita-Gebühren sei im Wesentlichen eine Anpassung der Gebühren, "die über Jahre nicht erhöht wurden, obwohl die Qualität der Kinderbetreuung beständig verbessert wurde und Hamburg damit unter den westdeutschen Ländern klar an der Spitze liegt".

Beide Äußerungen seien falsch, so Veit. Tatsächlich habe der Senat seit dem Jahr 2005 die Standards in den Kitas abgesenkt, was sich vor allem in weniger Personal und damit einer schlechteren Betreuung äußere. "Die gleiche Kita kostet künftig einfach mehr", sagte Veit. Zudem liege Hamburg nur an einem Punkt an der Spitze: "Bei den Gebühren", sagt die SPD-Politikerin, die auch hier auf die Ausstattung mit Fachkräften verweist. "Hamburg liegt hier gerade so im Mittelfeld, im Krippenbereich sogar im unteren Drittel".

So habe ein Vergleich unter den 100 größten Städten Deutschlands ergeben, dass Hamburg in Sachen Kinderbetreuung eine der teuersten Städte sei. Unerträglich sei, so Veit, dass der Senator im Zusammenhang mit den Kita-Kosten behaupte, "dass die Menschen verstehen, dass wir als Stadt über unsere Verhältnisse leben". Offenbar seien Kinder in den Augen des Senats ein "Privatvergnügen."