Bildung Hamburg

Teilweiser Uni-Umzug wird immer wahrscheinlicher

CDU-Fraktionschef Frank Schira will über eine teilweise Verlagerung der Uni an die Elbe diskutieren. Die GAL ist offenbar bereit dazu.

Hamburg. Die politischen Weichen für einen teilweisen Umzug der Uni Hamburg sind offenbar weitgehend gestellt: Auf Äußerungen von CDU-Fraktionschef Frank Schira, eine teilweise Verlagerung an die Elbe falle "in die Bandbreite eines Kompromisses", reagierte auch die GAL aufgeschlossen. "Es gibt einen klaren Beschluss unserer Partei gegen einen Totalumzug. Aber alles darunter können und müssen wir diskutieren", sagte Fraktionschef Jens Kerstan dem Abendblatt. Zu berücksichtigen sei das mangelhafte Raumangebot in Eimsbüttel. "Wenn sich die Hochschule an diesem Standort in voller Größe weiterentwickelt, würde dies den Stadtteil ebenso verändern wie ein totaler Umzug der Universität." Damit spielt Kerstan auf eine Studie der Behörde an, laut der eine extrem gedrängte Bebauung des City-Campus drohe.

Kerstan betonte indes, die Uni müsse nun ihre eigenen Zukunftspläne artikulieren, damit diese in die Debatte einfließen könnten. "Wichtige Aufgabe des neuen Präsidenten wird sein, diese Vorstellungen zu ermitteln", sagte Fraktionschef Kerstan. Viel Zeit für eine Diskussion wird allerdings kaum bleiben. Dieter Lenzen, gewählter Uni-Präsident, tritt wohl erst im März sein Amt an. In diesem Monat soll aber bereits eine Entscheidung über die Uni-Zukunft fallen, wie die Chefs der Regierungsfraktionen bekräftigten.

SPD-Hochschulexpertin Dorothee Stapelfeldt erkennt einen Kurswechsel der CDU und kritisierte, die Universität werde lediglich für Ziele der Stadtplanung instrumentalisiert. "CDU-Fraktionschef Schira macht mit der Idee eines Teilumzugs einen Kompromissvorschlag, der lediglich den Streit zwischen CDU und ihrer Wissenschaftssenatorin beilegen soll, aber auf die Interessen der Universität keine Rücksicht nimmt", sagte Stapelfeldt.

Erst kürzlich sei Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) "zu Recht" öffentlich von ihrer eigenen Partei kritisiert worden, als sie an ihren umstrittenen Plänen zur Verlagerung der Uni ins Hafengebiet festgehalten habe. Stapelfeldt betonte, die Entwicklung an einem neuen Standort gehe an den eigentlichen Interessen der Hochschule vorbei.