Überwachung in St. Georg

SPD: Weniger Kriminalität durch Kameras am Hansaplatz

Die SPD hat erneut scharfe Kritik an dem geplanten Abbau der Videokameras am Hansaplatz in St. Georg geübt.

Hamburg. Wie aus der aktuellen Senatsantwort auf eine Anfrage hervorgehe, sei die Zahl der Straftaten auf dem als Kriminalitätsschwerpunkt bekannten Platz seit Beginn der Überwachung vor zweieinhalb Jahren kontinuierlich gesunken, sagt SPD-Innenexperte Andreas Dressel. "Trotz Schwankungen in den Quartalen ist die rückläufige Tendenz nach Einführung der Videoüberwachung durchaus erkennbar", so Dressel.

Wurden in der Zeit vor der Kameraüberwachung immer wieder Werte von deutlich mehr als 100 Straftaten pro Quartal registriert, hätten sich die Fallzahlen danach auf 60 bis 80 Straftaten eingependelt. Und: Wie der Angriff auf einen amerikanischen Studenten gezeigt habe, ließen sich bereits begangene Taten mit den Videobildern leichter aufklären. "Auch die Einsätze, die nur durch die Videoüberwachung zustande kommen, tragen zur Sicherheit bei. Wer das alles negiert, befindet sich auf einem sicherheitspolitischen Irrweg."

Wie berichtet, soll die knapp 400 000 Euro teure Überwachungstechnik Ende kommender Woche abgebaut werden. Grund sind die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Hansaplatzes. Doch auch nach dem Umbau, der voraussichtlich im Juli/August 2010 abgeschlossen sein wird, sollen die Kameras abgebaut bleiben, gab die Innenbehörde vor wenigen Tagen bekannt. Grund: "Wir wollen zunächst schauen, ob der Umbau einen positiven Effekt auf die Kriminalitätsentwicklung haben wird", sagt Polizeisprecher Ralf Meyer. Er widerspricht Dressel zudem in der Bewertung der Fallzahlen: "Die Entwicklung ist nicht eindeutig. Während die Zahlen bei den einfachen Körperverletzungen gesunken sind, sind sie bei Drogendelikten und schweren Körperverletzungen gestiegen."

Dressel jedoch besteht auf der von der schwarz-grünen Koalition angekündigten Evaluation, die nach dreijährigem Betrieb - also bis Juli 2010 - aufzeigen sollte, ob die Kameras sinnvoll sind oder nicht. "Das ist offenbar Makulatur", sagt Dressel. "Die Kameras dürfen nicht einfach der schwarz-grünen Kompromisslogik geopfert werden, hier muss fachlich entschieden werden." Laut Senatsanfrage belaufen sich die Kosten für den Abbau auf 1700 Euro. Die Kameras sollen eingelagert werden. Ein neuer Einsatz ist noch nicht vorgesehen.