Kundgebung in Hamburg am Berliner Tor

Breites Bündnis gegen NPD-Demo

Unter dem Motto "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!" ruft das Hamburger Bündnis gegen Rechts zur Demo auf.

Hamburg. Steffi Wittenberg (83) entkam nur knapp dem Holocaust. "Ich habe den antisemitischen und rassistischen Terror der Nazis selbst erlebt", sagt die Hamburger Jüdin. Im Sommer 1939 fand sie an der Eppendorfer Landstraße Unterschlupf, konnte noch im selben Jahr zu ihrem Vater nach Uruguay reisen. Viele ihrer Verwandten wurden aber vom NS-Regime umgebracht. Es ist unerträglich für Wittenberg, dass die rechtsextreme NPD heute um 19 Uhr am Berliner Tor mit einer Kundgebung ihren Hass auf die Straße tragen darf.

Unter dem Motto "Nazis isolieren - Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!" ruft das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR) heute um 16 Uhr auf dem Hachmannplatz (St. Georg) zur Demonstration gegen den Aufmarsch der NPD auf. "Wir wollen mit unserem breiten Spektrum gesellschaftlicher Kräfte deutlich machen, dass es in Hamburg keinen Platz für Nazis gibt", sagt Bela Rogalla, Sprecher des HBgR. Der Zug soll durch die City zur Kurt-Schumacher-Allee führen, wo um 19 Uhr die Abschlusskundgebung geplant ist. Antifaschisten, Migranten und Künstler, Wissenschaftler und Stadtteilinitiativen, Gewerkschaften, Verfolgten-Organisationen und Parteien treten den Neonazis gemeinsam entgegen. "So ein breites Bündnis gegen Rechts hat es in Hamburg noch nie gegeben", sagt Olaf Schwede von der DGB-Jugend.

"Wir hoffen sehr, dass viele Menschen sich mit uns auf der Demonstration den Nazis entgegenstellen", sagt Steffi Wittenberg, die selbst auf der Kundgebung sprechen wird.

Zu den Unterstützern gehören: Wolfgang Rose (Landesvorsitzender Ver.di), Esther Bejarano (84; Auschwitz-Komitee Hamburg), Klaus Bullan (Landesvorsitzender GEW), Inka Damerau (SPD-Landesvorstand), Antje Möller (GAL), Christiane Schneider (Die Linke) sowie Detlef Garbe (Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme), Michael Joho (Geschichtswerkstatt St. Georg) und Propst Jürgen Bollmann.