Harburg
Stimmungsmacher

Charly Dörfel wird Namensgeber für Sportplatz

Vorfreude (von links): Sven Altstädt (Viktoria Harburg), Heiko Frank (HSV-Altliga), Lidia Dörfel, Charly Dörfel, Dirk Fischer, Carsten Byernetzki (beide HFV) und Michael Krivohlavek (Viktoria).

Vorfreude (von links): Sven Altstädt (Viktoria Harburg), Heiko Frank (HSV-Altliga), Lidia Dörfel, Charly Dörfel, Dirk Fischer, Carsten Byernetzki (beide HFV) und Michael Krivohlavek (Viktoria).

Foto: Stefan Hoyer / Public Address Presseagentur

Die Anlage des FC Viktoria Harburg wird zum 80. Geburtstag nach dem berühmten Ex-Fußballer benannt. Dörfel reagiert gerührt.

Hamburg.  Nach Uwe Seeler ist er einer der bekanntesten Fußballer des Hamburger SV. Er spielte von 1958 bis 1972 für die Rothosen und schoss 1963 das erste HSV-Tor in der Bundesliga. Nun wird Gert „Charly“ Dörfel eine besondere Ehre zuteil, eine Sportanlage in Hamburg wird bald seinen Namen tragen. Und da nicht nur seine fußballerischen Wurzeln, sondern auch die weiterer Familienmitglieder in Harburg liegen, fiel die Wahl auf den Sportplatz des FC Viktoria Harburg am Kapellenweg.

Am 18. September wird der Harburger Jung 80 Jahre alt

Zeitnah zum 80. Geburtstag des berühmten Fußballers am 18. September 2019 wird die Anlage in „Charly-Dörfel-Platz“ umbenannt werden. Der Erste Vorsitzende Michael Krivohlavek und Stellvertreter Sven Altstädt von Viktoria Harburg wollen zu diesem Anlass ein tolles Fest auf die Beine stellen. Perfekt wäre es natürlich, wenn man auch die HSV-Altliga für ein Gastspiel in Harburg begeistern könnte.

In Harburg liegen die Wurzeln der Familie Dörfel. Hinzu kommt, dass Charly nach dem Karriereende als Profi hin und wieder bei den Senioren von Viktoria Harburg kickte und sein Vater Friedo Dörfel hier das Fußballspielen erlernte, bevor er zum HSV wechselte. Aus dieser Leidenschaft, die bei Viktoria Harburg begann, sind im Laufe der Zeit einige erfolgreiche Fußballer aus der Familie hervorgegangen, unter anderem auch Bernd Dörfel und Richard Dörfel.

Zur Platzeinweihung darf Gastspiel der HSV-Altliga nicht fehlen

Präsident Dirk Fischer und der stellvertretende Geschäftsführer Carsten Byernetzki vom Hamburger Fußball-Verband (HFV) überbrachten Charly Dörfel die Nachricht. Ehefrau Lidia Dörfel hatte wie zufällig zu Kaffee und Kuchen ins Haus nach Meckelfeld eingeladen. „Charly Dörfel war nach der frohen und völlig unerwarteten Botschaft nur noch begeistert und war sichtlich gerührt“, erzählte Byernetzki. Danach fuhr er sofort zum Sportplatz am Kapellenweg, guckte sich seinen zukünftigen Stammplatz in der Kurve aus und saß schon mal Probe.

Der „Charly-Dörfel-Platz“ liegt nur vier Kilometer von Dörfels Heim in Meckelfeld entfernt. So kann sich Charly jeden Sonntag auf seinem eigenen Sportplatz eine Bratwurst holen und gemütlich mit seiner Lidia Fußball gucken. „Die Bratwurst und die Brause gehen dann aufs Haus“, sagte Sven Altstädt schmunzelnd.

Charly Dörfel war auch Sänger und Clown

Zuweilen betätigte sich Charly Dörfel als Stimmungsmacher auf dem Fußballfeld, indem er etwa Bonbons an Mitspieler und Gegner verteilte. 1965 nahm er bei Deutschlands größter Plattenfirma Polydor eine eigene Single auf. Im gleichen Jahr wurde er von der französischen Sportzeitung „L’Équipe“ zum besten Linksaußen Europas gewählt. Nachdem Dörfel 1974 sein letztes Spiel für HSV Barmbek-Uhlenhorst bestritten hatte, nahm er eine Tätigkeit beim Ortsamt Stellingen auf. In der Öffentlichkeit trat er viele Jahre noch als Clown auf, unter anderem im Zirkus Krone.