Harburg
Hockey

Abstieg abgewendet

Lasse Simsom (Mitte) von der TG Heimfeld tankt sich gegen gleich vier Kölner Gegenspieler durch

Lasse Simsom (Mitte) von der TG Heimfeld tankt sich gegen gleich vier Kölner Gegenspieler durch

Foto: Volker Koch

Hockeyherren der TG Heimfeld sichern sich mit zwei Heimsiegen den Verbleib in der 2. Liga. Frauen müssen noch bangen.

Heimfeld. Was für ein Saisonabschluss für die Hockeyherren der TG Heimfeld. Mit zwei Siegen mit jeweils einem Tor Vorsprung hat sich die Mannschaft von Trainer Alexander Otte am letzten Wochenende in der 2. Bundesliga Nord den Klassenerhalt gesichert. Der erste große Schritt Richtung Ligaerhalt war das 3:2 (2:1) gegen Schwarz-Weiß Köln. Mit dem 6:5 (3:4) gegen den Erstligaaufsteiger Schwarz-Weiß Neuss machten die Hamburger ihren Klassenerhalt endgültig perfekt.

Der rettende achte Platz schien den Hamburgern schon nach dem Sieg gegen Köln kaum noch zu nehmen sein. „Es sieht jetzt wirklich gut aus“, sagte da schon TGH-Trainer Alexander Otte. Ihm schien der größte Stein vom Herzen gefallen zu sein. Weil der Verein es versäumt hatte, eine notwendige Spielerpassangelegenheit zu erledigen, war der TG Heimfeld der 6:1-Erfolg gegen Großflottbek aberkannt und in eine 0:3-Niederlage umgewandelt worden. Otte hatte die Hallensaison für Großflottbek in der Ersten Bundesliga gespielt und hätte wegen der ungeregelten Passumschreibung nicht eingesetzt werden dürfen. „Es freut mich ungemein, wie die Mannschaft diese dumme Geschichte durchgestanden und offenbar sogar noch zusätzliche Energien freigesetzt hat“, freute sich Otte wohl am meisten darüber, dass die Mannschaft sich aus dem Schlamassel befreien konnte.

In einem ziemlich ausgeglichenen Spiel hatte die TG Heimfeld zu Beginn Vorteile, verdiente sich auch die 2:1-Halbzeitführung. Als die trotz der bereits entschiedenen Meisterschaft motiviert auftretenden Gäste nach der Pause den Druck erhöhten, aber ihre Chancen nicht nutzten, traf Florian Stiller zum 3:1, das die Heimfelder trotz des Kölner Anschlusstreffers noch zum überlebenswichtigen Sieg über die Zeit retteten. Vor der Pause hatte Lennart Gehl durch zwei verwandelte Siebenmeter seiner Mannschaft zur 2:0-Führung verholfen.

Was einen Tag später folgte, war praktisch das Meisterstück in Sachen Abstiegskampf. Obwohl die Heimfeld Herren gegen den Tabellenführer und Erstligaaufsteiger Schwarz-Weiß Neuss zwei Mal mit zwei Toren in Rückstand gerieten, sprang am Ende ein knapper Sieg heraus. Die Platzherren gingen durch Lasse Simson und Dennis Stiller in der ersten Viertelstunde mit 2:0 in Führung, mussten danach aber vier Gegentreffer in Folge einstecken. Noch vor der Pause traf wieder Dennis Stiller zum 3:4-Halbstandzeit.

Auch den nächsten Gegentreffer zum 3:5 steckten die Heimfelder weg, die in 70 Minuten keine Ecke zuließen. Maximilian Bonz und Tim Hirt konnten zum 5:5 ausgleichen. Wie schon im ersten Durchgang war die TG Heimfeld wieder in der Schlussminute erfolgreich und verwandelte eine Ecke quasi mit dem Abpfiff durch Philipp Roloff zum Sieg, der endgültig den Klassenerhalt bedeutete. Beste Torschützen der TG Heimfeld in der jetzt zu Ende gegangenen Feldsaison waren Maximilian Bonz, Tim Hirt, Philipp Roloff (alle sechs Treffer).

Noch nicht über den Berg sind die Zweitligafrauen der TG Heimfeld, die mit einem 3:0 gegen den Absteiger DHC Hannover am letzten Spieltag ihren ersten Rückrundensieg feierten. Vor allem Lea Dietrichs hatte allen Grund zur Freude. Sie war gerade von einem längeren USA-Aufenthalt zurückgekehrt, machte ihr erstes Punktspiel in diesem Jahr und war mit einem blitzsauberen Hattrick die entscheidende Spielerin. Innerhalb von 15 Minuten schoss sie ihr Team in der zweiten Halbzeit zum 3:0-Heimsieg. Mit diesen drei Treffern ist Lea Dietrich zugleich beste Torschützin der TGH-Frauen in der abgelaufenen Feldsaison.

„Wir haben uns in der zweiten Halbzeit sehr gesteigert“, fand Trainer Alexander Linß den Erfolg verdient. In der ersten Hälfte hatte Hannover noch mit einigen brandgefährlichen Kontern gegenhalten können. Als dann die US-Rückkehrerin nach 48 Minuten den Bann brechen konnte, hatten die Gäste aber nicht mehr viel entgegen zu setzen. „Wir haben gezeigt, dass wir von unserer Leistungsstärke her in diese Liga gehören und haben unseren Beitrag zum Klassenerhalt getan“, sagte Alexander Linß, der nun gespannt die Schlussphase der Ersten Bundesliga verfolgen wird. Sollte in Liga eins kein Nordverein mehr auf den letzten Tabellenplatz zurückfallen, blieben auch die Hockeyfrauen der TG Heimfeld von einem Abstieg verschont.