Harburg
Handball

Buxtehuder SV vergibt den ersten Matchball

Kein Durchkommen für Lone Fischer, die gleich von drei gegnerischen Abwehrspielerinnen attackiert wird

Kein Durchkommen für Lone Fischer, die gleich von drei gegnerischen Abwehrspielerinnen attackiert wird

Foto: Hans Kall

Nach der deutlichen 26:32-Bundesliga-Niederlage beim Thüringer HC richtet sich der Fokus der Handballfrauen jetzt auf das Pokal-Final-Four.

Buxtehude.  Die schwierigste Aufgabe für Trainer Dirk Leun wird sein, die Bundesliga-Handballerinnen vom Buxtehuder SV schnell wieder auf Kurs zu bringen und sie für die nächste sportliche Herausforderung aufzubauen. Unmittelbar nach Spielschluss versammelte der Handballtrainer in der Salza­halle das Team zu einem Kreis und schwor die Spielerinnen auf die nächste Aufgabe ein. Frust und Enttäuschung saßen tief nach der deutlichen 26:32 (12:16)-Niederlage im Bundesliga-Gipfeltreffen beim Thüringer HC.

Viel Zeit bleibt Dirk Leun nicht, um sein angeschlagenes Team wieder aufzurichten. Schon am Freitag muss sich der Buxtehuder SV im Halbfinale des deutschen Pokalwettbewerbs gegen die Füchse Berlin beweisen. Gut möglich, dass sich einen Tag später die beiden Spitzenmannschaften der Bundesliga im Pokalfinale erneut gegenüberstehen.

Beim vierfachen deutschen Meister war der Tabellenführer aus Buxtehude vor einer Kulisse von 1500 Zuschauern chancenlos. „Der THC war die stärkere Mannschaft“, sagte Dirk Leun und gratulierte seinem Kollegen Herbert Müller bereits zur deutschen Meisterschaft. „Ich glaube nicht, dass sich Thüringen diesen Titel noch nehmen lässt.“ Doch noch ist die Saison nicht vorbei. Zwei Spiele muss Thüringen noch absolvieren, auswärts in Göppingen und zu Hause gegen Leipzig. Viel Hoffnung auf den Titel kommt beim Buxtehuder SV, der zum Saisonabschluss in eigener Halle am 23. Mai ebenfalls noch Göppingen empfängt, nicht auf.

Leun richtet den Fokus stattdessen auf den Pokalgewinn. „Wir werden die Niederlage analysieren und müssen schnell die Köpfe wieder hoch nehmen“, kündigte der BSV-Trainer an, „denn wir haben noch eine Chance im Final Four und wir werden alles dafür geben, diese Saison mit einem Titel zu krönen.“

Wieder einmal musste Buxtehude in Thüringen eine Niederlage in einem wichtigem Spiel einstecken. Trainer Herbert Müller hatte Buxtehudes Haupttorschützin Jessica Oldenburg fast ganz aus dem Spiel genommen. Kerstin Wohlbold, eigentlich Spielmacherin, kümmerte sich um die BSV-Rückraumschützin. Saß Oldenburg auf der Bank, nahm die Nationalspielerin auch die junge Emily Bölk in Manndeckung. Der Buxtehuder Angriff tat sich schwer gegen die aggressive THC-Abwehr, die energisch zupackte. Die frühere Torfrau des Buxtehuder SV, Jana Krause, avancierte zur besten Spielerin ihres Teams. Der THC hatte außerdem den besseren und treffsichereren Rückraum. Katrin Engel (9), Nadja Nadgornaja, Franziska Mietzner (je 6) und Danick Snelder (5) waren weitere Garanten für den Sieg.

Auf Buxtehuder Seite lief von Anfang an wenig zusammen. Das Team wurde mit dem Druck, vor dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte zu stehen, nicht fertig. Durch die Bank leisteten sich die Spielerinnen ungewohnte Fehler, luden den THC immer wieder zu leichten Toren ein. Und der Titelverteidiger bestrafte fast jeden Fehler. Beim Buxtehuder SV fehlten die so genannten einfachen Treffer, um Anschluss zu halten. Auch wenn Jessica Oldenburg zusammen mit Friederike Gubernatis jeweils sechs Tore erzielte, blieb der Rückraum hinter den Erwartungen zurück. Am Kreis oder an den Außenpositionen lief das BSV-Spiel nahezu vorbei und auch Antje Lenz im Tor war gegen den Tempohandball und den wurfgewaltigen Rückraum nahezu chancenlos. Zudem schwächte sich der BSV durch Zeitstrafen.

Auch wenn die Niederlage sich in der „Salza-Hölle“ von Anfang an abzeichnete, blieben Kampfgeist und Moral ungebrochen. Darauf will Buxtehudes Trainer aufbauen, wenn sein Damenteam beim Pokal-Final-Four in der Sporthalle Hamburg vor dem zweiten Matchball dieser Saison steht. Diesmal kann der Buxtehuder SV auf den Heimvorteil setzen.

In Bad Langensalza waren 70 Fans dabei und feuerten ihre Mannschaft leidenschaftlich an. Auch wenn es am Ende wie schon 2011 und 2012 wahrscheinlich nicht zum Titelgewinn reichen wird, lobte Fanclub-Vorsitzender Adolf Will die Buxtehuder Handballerinnen: „Sie haben wieder aufopferungsvoll gekämpft und uns schon so viele schöne Momente beschert .“