Holzhäuser am See

Südsee-Camp macht den Traum von Bullerbü wahr

Svenja Thiele-Naujok, Junior-Chefin des Südsee-Camps, im FerienhausdorfSommarby.

Svenja Thiele-Naujok, Junior-Chefin des Südsee-Camps, im FerienhausdorfSommarby.

Foto: martina berliner / HA

In unserer Serie „Urlaub vor der eigenen Haustür“ stellen wir interessante Ziele vor – heute: das Südsee-Camp bei Wietzendorf

Wietzendorf. Bunte Holzhäuser säumen den kleinen See. Strahlend weiß, sonnengelb, himmelblau und ochsenblut- rot leuchten die Fassaden. Die friedliche Szenerie erinnert an Bullerbü, Astrid Lindgrens Verheißung von Unbeschwertheit, Spiel, Spaß und Abenteuern mit Freunden. In Anlehnung ans literarische Vorbild heißt dieses Idyll Sommarby. Es liegt aber nicht in Schweden, sondern in der Südheide, im Südsee-Camp bei Wietzendorf.

Das Südsee-Camp ist 90 Hektar groß und bietet mehr als 700 Reisemobil-, Caravan- und Zelt-Plätze für Touristen sowie fast 600 Plätze für Dauercamper. Dazu kommen etliche Mietwohnwagen, geräumige Mobilheime und eben Sommarby. Mit 63 Ferienhäusern, Café, Kirche und Rathaus gleicht es einem Dorf auf dem Campingplatz. Während der Ferienzeiten tummeln sich 4000 bis 5000 Menschen im Südsee-Camp. „In diesem Sommer ist die Nachfrage besonders groß“, sagt Svenja Thiele-Naujok, die sich die Geschäftsführung des Platzes mit Eltern und Schwester teilt.

Badestellen machen den Campingplatz attraktiv

Die Familie hat das Gelände abwechslungsreich strukturiert, um trotz der Größe einen heimeligen Charakter zu schaffen. „Wir haben es in viele kleine Areale gegliedert und sehr unterschiedlich gestaltet, so dass jeder einen Bereich findet, in dem er sich wohlfühlt. Es gibt offen gehaltene parkartige Teile und streng durch Hecken getrennte, es gibt schattige Plätze im Wald und solche für Sonnenhungrige am Wasser“, erklärt Svenja. Es sind vor allem die Bademöglichkeiten, die diesen Campingplatz mitten in der Provinz so attraktiv machen. Es gibt sowohl einen See als auch ein Hallenbad. Beide sind so beliebt, dass sie nur außerhalb der Ferienzeiten für Tagesgäste zugänglich sind.

Im tropischen Klima des Südsee-Badeparadieses wachsen Palmen und Bananen. Ganz Verwegene mögen Wildwasser-Canyon und die Wellen in der Lagune. Für kleine Seeräuber gibt es ein Piratenschiff. Ein richtig großes Holzschiff liegt auf dem weißen Strand des 3,5 Hektar großen Badesees unter freiem Himmel. Wer das Glück hat, in Ufernähe einen Campingplatz oder Mietwohnwagen zu ergattern, schaut direkt auf die ehemalige Kiesgrube mit Insel und einer besonders seichten Bucht zum gefahrlosen Planschen. Das kristallklare Wasser wird durch eine spezielle Filteranlage laufend geklärt.

Grundsätzlich bemühen sich die Thieles sehr um verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln und Wirtschaften. „Seit 2005 sind wir Mitglied bei Ecocamping. Wir haben uns viele Ziele für Umwelt- und Naturschutz, Sicherheit und Qualität gesetzt. Und wir arbeiten stetig daran, sie umzusetzen“, erklärt Svenja. Die Nutzung erneuerbarer Energie und effizienter Ressourcen-Einsatz gehören dazu. Das Südsee-Camp wird mit Fernwärme über eine benachbarte Biogasanlage beliefert und über ein Blockheizkraftwerk beheizt. Auch das warme Wasser einiger Sanitärgebäude wird auf diese Weise generiert, andere werden mit Solarenergie beheizt. Die Wasserhähne sind mit Luftsprudlern ausgestattet, die den Wasserverbrauch mindern.

Die Kinder fühlen sich im Camp sofort zu Hause

Das neueste der insgesamt 13 (!) Waschhäuser wirkt nicht nur wegen seiner runden Form spektakulär. In der Küche gibt es Geschirrspüler und Tiefkühltruhen. Im Kinderbadeland finden sich niedrige Duschen, Waschbecken und Toiletten, damit die Kleinen auch ohne Mamas Hilfe die Armaturen bedienen können. Die vermutlich winzigsten Urinale der Welt sind hier auch zu bestaunen. Im Obergeschoss gibt es große Mietbadezimmer, einige davon verfügen über eine eigene Terrasse mit privatem Whirlpool. Ein Luxus, der offenbar höchst begehrt ist. „Die Familienwaschkabinen waren schon vor der Eröffnung über die Sommermonate ausgebucht.“

Durch das Labyrinth der befestigten Campingplatz-Wege flitzen Jungen und Mädchen auf Kettcars, ein seliges Lächeln im Gesicht. „Die Kinder kennen sich hier meist viel schneller aus, als ihre Eltern. Wir könnten locker dreimal so viele Gokarts vermieten, aber dann würde es zu unruhig.“ Um die Distanzen zum nächsten Spielplatz möglichst kurz zu halten, hat fast jeder Bereich des Südsee-Camps seine eigene Sandkiste mit Klettergeräten. Die Stell-Plätze sind so angelegt, dass die Eltern den Nachwuchs bequem von Vorzelt oder Terrasse aus im Auge behalten können. „Schon meine Großeltern haben den Fokus auf Familienfreundlichkeit gelegt. Schließlich geht es den Eltern gut, wenn die Kinder glücklich sind“, sagt Svenja.

Als ihr Opa Gottfried das idyllische Areal im Wald zwischen Soltau, Munster und Bergen erwarb, wollte er nur ein Wochenend- und Feriendomizil für sich selbst, seine Frau und ein paar Freunde schaffen. „Er hatte so etwas wie einen großen Schrebergarten im Sinn“, schmunzelt Svenja. Doch die Zahl der Interessenten stieg derart rasant, dass der Kaufmann sich entschied, das Hobby zum Beruf zu machen. Im Sommer 1970 eröffnete er das Südsee-Camp. Nun lebt und arbeitet schon die dritte Generation mit Leidenschaft für das Unternehmen. „Mein Vater gab sogar seinen Beruf als Architekt auf, um die Firma zu führen.“

Kinder können sich überall gefahrlos bewegen

Svenja ist auf dem Campingplatz aufgewachsen. Doch bis vor Kurzem hatte sie nie selbst gecampt. „Meine Eltern haben im Sommer ja immer arbeiten müssen. Wir konnten nur in der kalten Jahreszeit Urlaub machen und hatten deshalb meist Hotels gebucht.“ Jetzt, als junge Mutter, hat sie die Vorteile des Campens selbst erfahren. „Die Kinder können sich überall gefahrlos frei bewegen, finden sofort Freunde und es gibt immer etwas zu erleben.“

Das Südsee-Camp bietet ein umfangreiches Animations- und Unterhaltungsprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene oder gleich die ganze Familie an. Außerdem verfügt das Camp über diverse Sportanlagen von Tennis bis Fußball. Es gibt sogar zwei unterschiedlich gestaltete Minigolfplätze. Man kann Bogenschießen erlernen, unter Anleitung im Hochseilgarten klettern, im Reitstall gemächliche Runden auf dem Pony drehen oder sogar professionellen Reitunterricht nehmen. 200 zuverlässige Südsee-Mitarbeiter sorgen dafür, dass im Camp alles rund läuft. Die Läden sowie die Gastronomie sind verpachtet – es gibt drei Restaurants, Imbiss, Bistro und Bars.

Ein Rundum-sorglos-Ferien-Programm im Angebot

Wer die Umgebung erkunden möchte, kann sich vor Ort ein Auto oder Fahrrad mieten. Oder aber eine Bustour buchen und sich zu den attraktivsten Zielen kutschieren lassen. Denn das Südsee-Camp bietet auch Ausflüge in eigener Reisebusflotte. Die Thieles offerieren ein lückenloses Rundum-sorglos-Ferien-Programm. Wie gut das Konzept ankommt, zeigt die große Zahl der Stammgäste. „Manche Senioren, die heute mit ihren Enkeln zu uns kommen, haben schon selbst als Kinder hier die Sommer verbracht“, sagt Svenja.

Bei vielen Zelt-Urlaubern oder Ferienhaus-Mietern wächst während des Aufenthalts im Südsee-Camp Sehnsucht nach einem eigenen Campingfahrzeug. Und auch diesen Wunsch erfüllt die Familie Thiele. Ihre Firma „Südsee-Caravans“ bietet neue und gebrauchte Wohnmobile und Caravans an. „Die Fahrzeuge wurden uns dieses Jahr geradezu aus den Händen gerissen“, berichtet Svenja. Das verlorene Frühjahrsgeschäft sei zwar schmerzlich für das Südsee-Camp gewesen und geplante Investitionen lägen erst einmal auf Eis.

Insgesamt, meint sie, seien ihre Unternehmen aber vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Schade sei nur, dass die zum 50. Camp-Geburtstag geplanten Feierlichkeiten verschoben werden mussten. Anlässlich des Jubiläums wird im kommenden Jahr ein funkelnagelneuer Wohnwagen unter den Gästen des Südsee-Camps verlost. „Die Glückslose bekommen die Urlauber aber schon jetzt bei uns.“

Das lohnt auch

Anschauen: Rund um den Erholungsort Wietzendorf (2,5 km) finden sich zahlreiche Rad- und Wanderwege durch Wiesen, Moor und Wald sowie entlang des Flüsschens Wietze. Ausflugsziele sind der Museumshof Peetshof und die St. Jakobi Kirche. www.wietzendorf.de Das Deutsche Spielmuseum in Soltau (14 km) beherbergt auf 900 Quadratmetern eine der vielfältigsten Spielzeugsammlungen der Welt.
www.spielmuseum-soltau.de.


Spaß haben: In Soltau liegt der Heidepark mit seinen Fahrgeschäften und Attraktionen.

Bispingen (20 km) bietet die Skihalle Snow-Dome, eine Kartbahn (www.rs-kartcenter.de ) und das Abenteuerlabyrinth Heide


Genießen: Das Südsee-Camp beherbergt verschiedenen Restaurants. Im Dorf Sommarby liegt das gelb gestrichene „Bootsmann“ und verwöhnt kleine Gäste mit „Pippi Langstrumpf Teller“. Das „Pier one“ am Haupteingang serviert internationale Küche und das „Inselrestaurant“ mit Seeblick setzt auf Backfisch und Schnitzel

Zahlen & Daten

Anreise: Das Südsee-Camp liegt einsam zwischen Soltau, Munster und Bergen. Man verlässt die Autobahn 7 an der Abfahrt Soltau Süd und folgt der B 3 etwa 4 km in Richtung Celle. Hinter der 2. Brücke rechts abbiegen, dann abermals rechts und noch etwa 4 km geradeaus. Das Camp ist ausgeschildert.


Kosten: Alle Preise im Internet auf www.suedsee-camp.de


Kontakt: Gottfried & Per Thiele OHG, Südsee-Camp 1, 29649 Wietzendorf
Tel.: 05196/98 01 16, E-Mail: info@suedsee-camp.de