Corona-Krise

Buchholz pausiert beim Klimaschutzprogramm

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Hanna Kastendieck
Peter Eckhoff hofft, dass es sich bei der Entscheidung  nur um einen Schnellschuss handele, der wieder aufgehoben werden könne

Peter Eckhoff hofft, dass es sich bei der Entscheidung nur um einen Schnellschuss handele, der wieder aufgehoben werden könne

Foto: Kastendieck / HA

Laufende, bereits eingereichte Anträge werden weiter bearbeitet und zur Auszahlung gebracht.

Buchholz. Aufgrund der Corona-Krise und den hiermit verbundenen Belastungen des städtischen Haushaltes hat die Stadt Buchholz entschieden, das Förderprogramm Stadtklima Buchholz ab dem 30. April 2020 auszusetzen. Laufende, bereits eingereichte Anträge werden weiter bearbeitet und zur Auszahlung gebracht. Neuanträge mit Datum ab dem 1. Mai 2020 können nicht mehr bearbeitet werden. Über die Wiederaufnahme des Programms wird die Politik im Rahmen der Beratungen zum Nachtragshaushalt entscheiden. Diese beginnen voraussichtlich Anfang Juni.

Das Förderprogramm „Stadtklima Buchholz“ ermöglicht Hauseigentümern, Wohngebäude, die vor 2002 erbaut wurden, auf Schwachstellen untersuchen zu lassen und anschließend durch bauliche Maßnahmen auf ein wärmetechnisch höheres Niveau zu bringen.

Hierfür stellt die Stadt Zuschüsse zur Verfügung, um die Aufwendungen für Beratung und bauliche Sanierungsmaßnahmen bezüglich Fenster, Wärmedämmungen und Heizungsanlagen zu reduzieren. Darüber hinaus fördert die Stadt seit Februar 2018 die Anschaffung von Elektrofahrrädern, um die umweltfreundliche Mobilität zu stärken.

„Es ist ein Unding!“

„Es ist ein Unding, dass die Stadt ausgerechnet beim Klimaschutz sparen will“, kritisiert Klimaschutzaktivistin Alexa Vetter von der Initiative Parents for future. „Vor wenigen Monaten erst hat der Bürgermeister das Klimaforum in Buchholz initiiert und damit eine Richtung zugunsten des Klimaschutzes eingeschlagen. Man war sich einig, dass es höchste Zeit ist, in den Klimaschutz zu investieren. Jetzt stellt uns die Verwaltung vor vollendete Tatsachen. Das ist der Hammer.“

Kritik kommt auch aus der Politik. Ratsmitglied Peter Eckhoff von der Buchholzer Liste bezeichnet die Entscheidung als „zu kurz gegriffen“. „Wir haben nach wie vor eine Klimakrise, die gelöst werden muss. Jetzt einfach dem finanziellen Druck folgend das Klimaprogramm einzustellen, ist der falsche Weg.“

Eckhoff hofft, dass es sich bei der Entscheidung nur um einen Schnellschuss handele, der wieder aufgehoben werden könne. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Klimaschutz im Nachtragshaushalt wieder berücksichtigst wird“, so Eckhoff.

„Nicht abgeschafft, sondern vorerst nur zurückgestellt“

Laut Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse ist die Sparmaßnahme unumgänglich. Es gehe darum, den Vertrauenstatbestand der Bürger nicht zu kassieren. Das Klimaschutzpaket solle nicht abgeschafft, sondern vorerst nur zurückgestellt werden. Andere Klimaschutzprojekte wie das Klimaforum Buchholz seien nicht von Sparmaßnahmen betroffen.

Das Forum, das im März gestartet worden war, hat zum Ziel, das Thema Klimaschutz in die Stadtgesellschaft zu tragen und einen Bewusstseinswandel herbeizuführen. Bürger aller Altersgruppen, Verbände, Vereine, Wirtschaft und Politik sind dazu aufgerufen, sich im Klimaforum zu engagieren. Das erste Treffen sollte am 21. März stattfinden. Es soll nun im Herbst nachgeholt werden.

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