Schädlingsbekämpfung

Kampf gegen den Borkenkäfer im Stadtforst Lüneburg

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In den letzten zwei Jahren bestanden rund 60 Prozent des gesamten Einschlags im Stadtforst aus sogenanntem Schadholz.

In den letzten zwei Jahren bestanden rund 60 Prozent des gesamten Einschlags im Stadtforst aus sogenanntem Schadholz.

Foto: Hansestadt Lüneburg

Insektizidbehandlung des am Waldrand gestapelten Schadholzes ist rechtzeitig vor dem Ausflug der Schädlinge notwendig.

Lüneburg.  Die Schäden sind massiv, die der Borkenkäfer im Lüneburger Stadtforst in den letzten Jahren angerichtet hat. Ein Ende der Massenvermehrung und des Fichten- und Lärchensterbens ist aber nicht in Sicht. Denn angesichts milder Winter und heißer Sommer bleiben die Bedingungen für die Käfer optimal. Hinzu kommt ein weiteres Problem: „Der Borkenkäferflug steht unmittelbar bevor und wir haben noch immer jede Menge Schadholz im Wald liegen, das wegen des übersättigten Holzmarktes und der Corona-Krise nur zögerlich abgefahren wird“, sagt Stadtförster Per-Ole Wittenburg.

Diese Bäume, die wegen des starken Befalls zwar zügig gefällt worden waren, nun aber am Wegesrand liegen, sitzen voller Käfer, die unter der Rinde überwintert haben. „Ab Temperaturen von 16 Grad aufwärts fliegen die Käfer aus, um neue Vermehrungsbäume aufzusuchen“, skizziert Wittenburg. „Das müssen wir unbedingt rechtzeitig verhindern.“ Denn angesichts des enormen exponentiellen Vermehrungsfaktors innerhalb weniger Wochen drohten erneut immense Waldschäden.

Totalausfalle der Fichte ist zu beklagen

Aus einem Borkenkäferweibchen können innerhalb eines Sommers 100.000 Nachkommen entstehen. Oder anders ausgedrückt: Was mit einem befallenen Baum anfängt, betrifft nach sechs Wochen schon 30 Bäume. „Wir haben an einigen Stellen schon fast einen Totalausfall der Fichte“, so Wittenburg. „Wenn wir nichts unternehmen, droht mittelfristig der Verlust von knapp acht Prozent Waldfläche“, macht der Stadtförster den Ernst der Lage deutlich.

Zum Einsatz kommen soll jetzt daher ein spezielles Insektizid, mit dem die Stapel befallenen Holzes gezielt besprüht werden, um den Käfer rechtzeitig vor seinem Ausflug abzutöten. Dies ist ein Verfahren, das in solchen Extremsituationen wissenschaftlich anerkannt, empfohlen und derzeit in vielen Forstbetrieben angewandt wird. „Normalerweise gilt in unserem Wald die Devise: Kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“, betont Wittenburg, „doch in diesem Fall haben wir keine andere Wahl“.

Insektizid wurde schon mit Erfolg eingesetzt

„Das Abfangen der vor dem Ausflug stehenden Käfer entscheidet darüber, wie viel Wald wir garantiert verlieren oder vielleicht retten werden“. Im Rahmen eines Info-Treffens vor Ort wurden Vertreter der Lüneburger Naturschutzverbände sowie Vertreter aus der Politik über die geplante Maßnahme informiert. Schon 2018 hatte das Stadtforstamt im Kampf gegen den Borkenkäfer das Insektizid an anderer Stelle mit Erfolg eingesetzt.

Nicht behandelt werden Bäume im Bestand. „Nur das befallene, aufgearbeitete Holz am Wegesrand wird besprüht, so dass es zu keiner Kontamination der Waldflächen und Biotope mit dem Insektizid kommt“, erklärt Wittenburg.

Der Stadtförster hofft, dass durch die Maßnahme die Massenvermehrung unterbrochen oder zumindest verringert werden kann. Für Waldbesucher geht keine unmittelbare Gefahr von der Maßnahme aus, allerdings sollte man Hautkontakt zum eingeschlagenen Holz vermeiden.

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