Harburg
Infrastruktur

Gymnasiumhalle in Hittfeld bis Ende Februar gesperrt

Das U16-Basketball-Bundesligateam der Sharks Hamburg in einer Auszeit mit Headcoach Lars Mittwollen.

Das U16-Basketball-Bundesligateam der Sharks Hamburg in einer Auszeit mit Headcoach Lars Mittwollen.

Foto: Sharks Hamburg

Am Donnerstag begann die Entfernung der defekten Metall-Paneele an der Decke. Endgültige Reparatur erfolgt in Schulferien.

Hittfeld.  Lars Mittwollen hat seit Dienstagmittag richtig Stress. Da erreichte den Headcoach und Kopf hinter der Basketball-Academy der Sharks Hamburg die Nachricht, dass die Gymnasium-Sporthalle in Hittfeld gesperrt worden sei. „Ab sofort, bis auf weiteres und aus Sicherheitsgründen findet dort kein Schulsport und auch kein Vereinssport statt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises Harburg.

Sperrung der Halle dauert mindestens drei Wochen

Die Sharks tragen am Peperdieksberg nicht nur ihre Bundesliga-Heimspiele aus, sie trainieren ihre Mannschaften dort auch an 30 Stunden pro Woche. Grundsätzlich an jedem Werktag haben die Hittfelder Basketballer die Halle von 16 bis 22 Uhr zur Verfügung gestellt bekommen und trainieren in jedem Drittel eine Mannschaft. Zum Verein, der je nach Alters- und Leistungsklasse unter Sharks Hamburg, Hittfeld Sharks oder BG Harburg-Hittfeld firmiert, gehören etwa 350 Spielerinnen und Spieler, die in fast 20 Mannschaften aktiv sind.

Mittlerweile ist klar, dass die Sperrung nicht nur wenige Tage, sondern mindestens drei Wochen dauern wird. „Die Sporthalle bleibt voraussichtlich bis Ende Februar gesperrt“, sagte Landkreissprecher Andres Wulfes aktuell auf Abendblatt-Anfrage. „So etwas dauert immer länger als man hofft.“

Teile der Metall-Paneel-Decke hatten sich gelöst und waren herunter gefallen. Nach einer ersten Begutachtung durch den Deckenhersteller, eine Fachfirma und Kreis-Architektin Hilke Schmidt wurde noch am Donnerstag damit begonnen, alle Paneele von der Decke zu entfernen. Auch die darunter liegende Dämmung, die in erster Linie dem Schallschutz dient, wird entfernt.

Bundesliga-Basketball ist nur in wenigen Hallen möglich

Sind diese Arbeiten abgeschlossen, könne die Gymnasiumhalle vorerst für den Schul- und Vereinssport freigegeben werden, heißt es aus dem Kreishaus. Die endgültige Reparatur solle in den Schulferien durchgeführt werden. Allerdings ist noch offen, ob bereits in den Oster- oder erst in den Sommerferien.

Lars Mittwollen sucht fieberhaft nach Alternativen für den Trainings- und Spielbetrieb. Für das Heimspiel der Jugend-Basketball-Bundesliga an diesem Sonntag ist er fündig geworden. Um 12.30 Uhr spielen die Sharks gegen die Basketball Löwen Braunschweig in der Sporthalle des Immanuel-Kant-Gymnasiums, Am Pavillon, in Harburg.

Sonntag spielen die Sharks im Immanuel-Kant-Gymnasium

Ein Problem ist die hohe Spielklasse der Sharks Hamburg. Längst nicht alle Sporthallen bringen die erforderlichen Voraussetzungen für den Bundesliga-Spielbetrieb mit. Das fängt schon bei den Linie an. Vor einigen Jahren hat sich zum Beispiel der Zuschnitt der Zone unter den Körben geändert und auch die Drei-Punkte-Linie ist von 6,75 Meter auf 7,25 Meter vom Korb weggerückt.

In der Gymnasium-Sporthalle in Hittfeld wurden die neuen Linienmaße im Rahmen einer Bodensanierung aufgebracht. In der direkt angrenzenden Sporthalle der Integrierten Gesamtschule (IGS) ist das allerdings nicht der Fall. In der IGS-Halle dürfte das Bundesligateam der Sharks nicht spielen.

Hittfelder Sporthalle wurde in den 1970er-Jahren gebaut

Hinzu kommt, dass Bundesligahallen von der Vereinigung der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) abgenommen werden müssen. Wenn die Sharks Hamburg am Sonntag ins Immanuel-Kant-Gymnasium nach Harburg ausweichen, haben sie den Vorteil, dass diese Spielstätte die Genehmigung für die Regionalliga der Damen besitzt. Am Pavillon tragen die SG Harburg Baskets ihre Heimspiele aus. Der Harburger Damentrainer Sebastian Christen ist als Spieler für die Hittfelder Oberligaherren aktiv. Es sind nur einige zusätzliche Voraussetzungen zu erfüllen.

Dazu gehören zum Beispiel die exakte Vermessung des Spielfeldes, die Parkplatzsituation und die Frage, wo Zuschauer Platz finden. „Ich gehe davon aus, dass die Schiedsrichter eine Stunde früher als sonst anreisen und wir alle diese Fragen klären können“, sagte Lars Mittwollen. Die Frage, wo das letzte Heimspiel der Relegationsrunde am Sonntag, 16. Februar, stattfinden kann, ist noch ungeklärt. „Ich hoffe, dass wir die Play-downs wieder am Peperdieksberg spielen können“, so Mittwollen. Das sollte nach derzeitigem Stand gelingen, die Play-downs starten am zweiten März-Wochenende.

Schulleitung will freie Zeiten in anderen Hallen nutzen

Ebenfalls von der Sperrung betroffen ist der Sportunterricht am Gymnasium Hittfeld. Die Schule begeht im Jahr 2022 ihr 50-jähriges Bestehen, die dazu gehörende Sporthalle ist unwesentlich jünger. „Wir gehen locker mit der Situation um und versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagte Schulleiter Frank Patyna. Die Mitglieder der Fachgruppe Sport seien sehr flexibel und hätten bereits eine rhythmische Sporteinheit im Forum, der Aula der Schule, durchgeführt.

„Wir versuchen Lücken in den Belegungszeiten der IGS-Halle und in anderen Sporthallen in Seevetal zu nutzen“, so Patyna, der im engen Dialog mit der Gebäudewirtschaft des Landkreises steht. Auch Sportunterricht im Freien könne er sich bei entsprechender Kleidung der Schülerinnen und Schüler vorstellen, ebenso theoretischen Sportunterricht. „Und wenn das alles nicht klappt, hat jeder Sportlehrer auch noch ein zweites Fach.“

Landesliga-Handballspiel wird auf späteren Termin verlegt

Schließlich muss auch die Handballspielgemeinschaft (HSG) Seevetal ein für Sonnabend angesetztes Heimspiel verlegen. Die Landesligaherren sollten gegen MTV Dannenberg spielen. Ein Wechsel in die Oberschule Meckelfeld ist nicht möglich, weil diese Halle von der HSG-Jugend belegt ist. „Wir haben uns mit Dannenberg darauf verständigt, das Spiel auf einen späteren Termin zu verlegen, eventuell auf einen Trainingsabend“, sagte Trainer Nils Bengelsdorf.

Trainiert haben die Seevetaler Herren in dieser Woche gemeinsam mit den Damen in einem Drittel der kleinen Meckelfelder Halle. „Das ist alles nicht optimal, aber es geht im Monet halt nicht anders“, so Bengelsdorf.