Harburg
Hittfeld

Basketball Academy wirbt für Sportler-Nachwuchs

Hatten bei der Basketball-Academy richtig Spaß (v.l.): Anneke, Greta und Anne vom Gymnasium Hittfeld.

Hatten bei der Basketball-Academy richtig Spaß (v.l.): Anneke, Greta und Anne vom Gymnasium Hittfeld.

Foto: Hanna Kastendieck / HA

Die fünften und sechsten Klassen am Gymnasium Hittfeld lernen richtig dribbeln, passen und werfen – am Ende gibt es ein Trikot.

Hittfeld. Eigentlich hätte er ausschlafen können, schließlich sind in Hamburg Schulferien. Stattdessen hat sich Basketball-Youngstar Jakob Strade bereits um sieben Uhr auf den Weg gemacht. Punkt Viertel vor acht steht der 15-Jährige in Turnschuhen und Sportklamotten in der Halle am Peperdieksberg und wartet auf die Schüler. Gleich werden sie kommen, die Fünft- und Sechstklässer vom Gymnasium Hittfeld. Mädchen und Jungen, von denen viele Basketball höchstens vom Schulsport her kennen. Heute sollen sie mehr erfahren über die Sportart, die Jakob Strade und seine Mitstreiter mit Leidenschaft betreiben. An diesem Vormittag sind Spieler und Trainer der Jugendbasketballbundesliga „Sharks Hamburg“ des TSV Eintracht Hittfeld im Namen der „kinder+Sport Basketball-Academy“ an die Schule gekommen, um den Nachwuchs für ihren Sport zu begeistern. Sie wollen den Zehn- und Elfjährigen zeigen, was der Sport mit dem Korb alles zu bieten hat.

Shark-Spieler und Trainer zeigen, wie es geht

Nicht nur Jakob Strade und seine Mitspieler Juka und Jasper Jokwich, sondern auch ihre Trainer Lars Mitwollen und Niklas Hintze stehen bereits um halb acht in Sportklamotten in der Halle. Auch Pascal Schimanski von den „Eisbären Bremerhaven“ ist angereist. Sein Verein hat Bundesligaerfahrung und gehört damit zu den 13 Profivereinen bundesweit, die im Rahmen der Nachwuchsförderung regelmäßig Kinder ganz spielerisch ans Basketballspielen heranführen. Schimanski leitet das Projekt in Bremerhaven seit sieben Jahren. Der Radius seines Engagements reicht inzwischen durch die Kooperation mit den „Sharks“ bis in den Landkreis Harburg. Am Gymnasium Hittfeld ist er an diesem Morgen allerdings zum ersten Mal zu Gast. Und er hat eine Menge Equipment mitgebracht. Slalomstangen und Zielscheiben, Trikots, DVDs und natürlich jede Menge Bälle. „Wir wollen Kinder und Jugendliche für Basketball und Bewegung begeistern“, sagt der Projektleiter. „Sie sollen die Möglichkeit haben, ihr Können am Ball zu erproben und zu zeigen.“

Werfen, Dribbeln, Passen werden trainiert

Dafür wartet auf die Teilnehmer ein ausgeklügeltes Trainingsprogramm. In dem Trainingsparcours können die jungen Sportler die grundlegenden Basketballtechniken, Werfen, Dribbeln, Passen und Koordination, trainieren. Am Ende des Trainings zeigen sie dann, was sie gelernt haben. Nur wer alle vier Bereiche – Dribbeln, Passen, Werfen und Koordination – erfolgreich besteht, bekommt am Ende ein Trikot. Insgesamt gibt es sechs Schwierigkeitsstufen vom „Rookie“ bis zum „Allstar“. Jeder bestandene Level wird mit einem farbigen Trikot belohnt. An diesem Vormittag geht es für die meisten darum, erstmal mit dem Ball warm zu werden, sich auszuprobieren und in fünf einfachen Übungen das weiße Trikot im Level „Rooki“ zu erspielen. „Das Besondere an der „kinder+Sport Basketball Academy“ ist, dass wir Übungen eingebaut haben, die aus dem Training der Profis stammen“, sagt Pascal Schimanski. „Die Schüler können sich anschauen, was die Profis und Trainer machen und von ihnen die interessantesten Tricks lernen. Auf der DVD, die sie am Ende mitnehmen dürfen, können sie sich zuhause alle Übungen anschauen, die sie für die nächsten Levels brauchen. Sie können üben und das nächste Mal in einer höheren Schwierigkeitsstufe antreten.“

Die Kinder meistern fünf Stationen

Dann geht es los. Die Schüler holen sich einen Zettel, auf dem die fünf Stationen aufgeführt sind. Sie schnappen sich einen Ball und verteilen sich in der Halle. „An jeder Station wartet eine Aufgabe, die sie erfüllen müssen“, erklärt Pascal Schimanski. „Haben sie alle Herausforderungen gemeistert, gibt es am Ende für jeden ein Trikot.“ Die Stimmung ist gut, auch wenn es bei vielen auf Anhieb nicht so recht klappen will. Spieler Jakob Strade gibt den Jungs und Mädchen Tipps, wie sie mit dem Ball dribbeln sollen, korrigiert ihre Wurftechnik und macht Mut. „Die Teilnehmer sollen vor allem Spaß haben“, sagt er. „Mein Ziel ist es, sie zu motivieren und für das Basketballspielen zu begeistern.“ Die Taktik funktioniert. Julius und Nico, beide in der sechsten Klasse, könnten sich durchaus vorstellen, im Verein Basketball zu spielen. Allerdings geht der eine bereits zum Schwimmen, der andere macht Kickboxen und spielt Fußball. Greta, Anne und Anneke finden Basketball zwar gut, aber „Reiten ist noch besser“.

Es geht um Motivation und Begeisterung

Genau da liegt das Problem der Nachwuchsgewinnung. „Die meisten Kinder haben schon zwei oder drei Hobbys“, sagt Head Coach Lars Mitwollen. „Für eine weitere Sportart fehlt ihnen dann die Zeit. Also spielen sie Basketball, aber in der Freizeit.“ Dennoch ist der Trainer optimistisch, dass der eine oder andere nach der Teilnahme an der Basketball Academy doch einmal beim Vereinstraining vorbeischaut. „Wir wollen mit dem Projekt Bewegung an die Schulen bringen und die Schüler für die Sportart Basketball motivieren“, sagt er. Ziel sei es natürlich auch, den einen oder anderen jungen Spieler für den eigenen Verein zu gewinnen. Und weil das am besten geht, wenn man den Schülern auf Augenhöhe begegnet, hat Mitwollen gleich drei seiner Bundesliga-Spieler mitgebracht: Jakob, Juka und Jasper. Die drei Jungs, die alle die neunte Klasse besuchen, können sich ein Leben ohne Basketball gar nicht vorstellen. Dieses Gefühl wollen sie den Schülern vermitteln.

Zehn Klassen waren bei der Academy dabei

Dass die Academy in das Sportprogramm des Gymnasiums Hittfeld eingebunden wird, verdanken die Schüler ihrem Sportlehrer Daniel Cech. Er ist selbst leidenschaftlicher Basketballer, hat im vergangenen Jahr eine Kooperation mit den Sharks abgeschlossen und leitet seitdem gemeinsam mit ihnen zwei AGs an der Schule. Jüngst hatte Cech sogar dafür gesorgt, dass die Rollstuhlbasketballer des HSV, die BG Baskets, zum gemeinsamen Training mit den Schülern nach Hittfeld kamen. „Ich bin selbst als Fünftklässler durch den Sportunterricht zum Basketball gekommen, und ich bin froh, dass ich auf diese Weise diesen Sport kennengelernt habe“, sagt er. „Wir haben mit den Sharks eine starke Jugendbundesliga-Mannschaft und einen starken Trainerstab in Hittfeld. Also versuchen wir, Talente unter den Schülern zu finden und mehr junge Leute für den Basketball zu gewinnen.“

Nach sechs Schulstunden und zehn Klassen, die an diesem Vormittag durch das Academy-Programm geschleust wurden, ziehen die Trainer positive Bilanz. „Das ein oder andere Talent war dabei“, sagt Youngstar Jakob Strade. Sportlehrer Daniel Cech ist zufrieden. „Die Schüler hatten Spaß und sie haben toll mitgemacht.“ Ob sich aus den knapp 300 Kinder am Ende einer finden werde, der im Verein weitermachen wolle, werde sich zeigen“, so Cech. „Wenn am Ende nur einer der Schüler sagt: ‘Das will ich machen‘, waren wir erfolgreich.“