Harburg
Einfach auflegen!

Betrugsmasche: Fünf „falsche Polizisten“ in Nenndorf

„Falsche Polizisten“ treiben zurzeit in Nenndorf ihr Unwesen. Sie rufen gezielt ältere Menschen an, um sie danach zu bestehlen.

„Falsche Polizisten“ treiben zurzeit in Nenndorf ihr Unwesen. Sie rufen gezielt ältere Menschen an, um sie danach zu bestehlen.

Foto: Martin Gerten / dpa

Ältere Damen lassen Betrüger am Telefon abblitzen und rufen die Polizei. Weitere Fälle in Hanstedt und in Buchholz.

Nenndorf.  Im Landkreis Harburg treiben zurzeit wieder vermehrt „falsche Polizisten“ ihr Unwesen. Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus und rufen vor allem gezielt ältere und alleinstehende Menschen an, deren Namen und Rufnummern sie im örtlichen Telefonbuch finden. Allein fünf Fälle an einem Vormittag registrierten Anwohner in der Straße an der Schmiede in Nenndorf, die seit mehr als 40 Jahren in der Einfamilienhaussiedlung wohnen.

„Ein Anrufer meldete sich am 16. Januar um 10.44 Uhr bei mir. Er sprach akzentfreies Deutsch. Er sagte: ,Guten Tag Frau Almenröder. Jakobsen mein Name, hier spricht die Polizei“, berichtet Anwohnerin Ingrid Almenröder (71) aus Nenndorf. „Dann behauptete der Anrufer, ganz in der Nähe, in einer Parallelstraße, seien soeben zwei Straftäter festgenommen worden. Sie hätten Unterlagen bei sich, auf denen mein Name stehe.“ Der Anrufer habe nicht locker gelassen – und immer wieder nachgefragt: „Sie sind doch allein?“

Doch Ingrid Almenröder fiel nicht auf die perfide Masche des Mannes herein. „Ich sagte schließlich: ,Nein! Nein! Ich bin nie allein!“ Daraufhin legte der „falsche Polizist“ auf.

Die ältere Dame rief eine Nachbarin an, um ihr von dem Fall zu berichten. Es stellte sich heraus, dass auch sie von einem „falschen Polizisten“ angerufen worden war. Damit nicht genug: In einem weiteren Fall in ihrer Straße horchten die Betrüger eine 93 Jahre alte Dame aus und behaupteten, sie müsse ihre Goldbarren in ihrem Schließfach in Sicherheit bringen. Doch die 93-Jährige besaß keine Goldbarren – sie durchschaute den Bluff und legte auf.

Mindestens vier ältere Damen und ein älteres Ehepaar wurden am selben Vormittag in derselben Straße von falschen Polizisten behelligt. „Gott sei Dank ist keiner der Anrufer auf die ,falschen Polizisten’ reingefallen“, sagt Ingrid Almenröder. Sie meldete die Fälle der örtlichen Polizei. Es stellte sich heraus, dass selbst die Rufnummer, unter der sich der Betrüger bei ihr gemeldet hatte, falsch war.

„Es kommt leider immer mal wieder vor, dass sich Kriminelle in einem örtlich eng umgrenzten Bereich des Landkreises am Telefon als Polizisten ausgeben, um mit einer erfundenen Geschichte an Geld und Schmuck ihrer vornehmlich älteren Opfer zu gelangen“, sagt Polizeisprecher Jan Krüger von der Polizeiinspektion Buchholz. Auch in Hanstedt und im Umfeld von Buchholz habe die Polizei aktuell eine Häufung ähnlicher Fälle beobachtet. „Die Täter schauen ins Telefonbuch und suchen gezielt nach einschlägigen Namen, die darauf schließen lassen, dass es sich um ältere Personen handelt – etwa Erika oder Elfriede.“

Sein Rat: „Wenn bei Ihnen ein Unbekannter anruft und sich als Polizist ausgibt, können Sie davon ausgehen, dass es sich um einen Betrüger handelt. selbst wenn in ihrem Display die Rufnummer 110 auftaucht: Brechen sie das Gespräch sofort ab und wählen Sie die Nummer der örtlichen Polizeidienststelle oder selbst die 110 und schildern Sie der Polizei den Fall.“