Finanzierungslücke

Gesucht: Drei Millionen Euro für die Kunststätte Bossard

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Wollen den  Bossard voranbringen: Hans-Jürgen Börner, Landrat Rainer Rempe, Museumschefin Gudula Mayr, Rolf Wiese und Hans-Heinrich Aldag (v.l.).

Wollen den Bossard voranbringen: Hans-Jürgen Börner, Landrat Rainer Rempe, Museumschefin Gudula Mayr, Rolf Wiese und Hans-Heinrich Aldag (v.l.).

Foto: Rolf Zamponi

Innerhalb weniger Monate muss die Finanzierung für den Ausbau für mehr als zehn Millionen Euro gesichert werden. Treffen in Jesteburg.

Jesteburg.  Die Zeit wird knapp für die Kunststätte Bossard. In den nächsten Monaten muss die Kofinanzierung für den geplanten Ausbau über mehr als fünf Millionen Euro stehen. „Noch hat uns der Bund keine Frist gesetzt, bis wir die Summe zusammen haben müssen. Aber die Frist endet noch in diesem Jahr“, sagte Rolf Wiese, der ehemalige Direktor des Kiekeberg-Museums, bei einem Treffen in der Kunststätte. Wiese hat das Konzept (Abendblatt berichtete) entwickelt. Insgesamt 5,38 Millionen Euro hat der Bund kurz vor Weihnachten bereitgestellt. Der Landkreis zog nach und beschloss mit Mehrheit einen Zuschuss von zwei Millionen Euro. Nur: Gelingt es nicht die finanzielle Lücke rechtzeitig zu schließen, würde das Projekt scheitern.

Hans-Jürgen Börner und Hans-Heinrich Aldag, die als Bossard-Kreis innerhalb von fünf Jahren rund 40.000 Euro für den Bossard eingeworben haben, setzten am Dienstagabend darauf, weitere Geldgeber zu finden. Gast an einem der Tische: Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo Stiftung, die schon in der Vergangenheit den Bossard mit 50.000 Euro unterstützt hatte.

Rolf Wiese schlägt eine Bürgerversammlung vor

Er sieht Chancen für einen Zuschuss jedoch vor allem im Bereich der Niedersachsen-Stiftung, die wie sein Arbeitgeber zu den drei Stiftungen des Lanes zählt. „Anträge können bei den Stiftungen zeitnah entschieden werden“, sagte Behr. Mehrere 100.000 Euro seien dabei möglich. Eine Zusage gab es aber von ihm an diesem Abend nicht.

Um die Jesteburger zu überzeugen, schlägt Wiese eine Bürgerversammlung vor. Damit könne nicht nur das Konzept, sondern auch das vielseitige Schaffen von Johann Bossard und seiner Frau Jutta vermittelt werden. Der Freundeskreis mit 500 Mitgliedern solle auf 2000 ausgebaut werden. Bei einem Beitrag von 40 Euro für ein Einzelmitglied würden die Jahreseinnahmen von 20.000 Euro auf 80.000 Euro steigen. Ein Schritt nach vorn sicher, aber kaum ausreichend. Selbst wenn Firmen mindestens 250 Euro zahlen. Die Aufnahmeanträge hatte Björn Hoppenstedt, der Vorsitzende des Freundeskreises, jedenfalls dabei und zog sie flugs aus seinem Jacket.

Ausbau muss europaweit ausgeschrieben werden

Klar ist: Die bislang vorgestellten Neubauten mit einer Kunsthalle für die Lüneburger Heide sind nur ein erster Schritt. „Ohne unseren Vorschlag hätte keine Förderung beantragt werden können“, sagte Architekt Christoph Frenzel, vom dem die Pläne stammen. Doch der Ausbau muss erst noch, voraussichtlich europaweit ausgeschrieben werden. Frenzel, am Dienstag unter den Gästen, erwartet eine „gute Handvoll“ Bewerber. Unter ihnen wird auch sein Buxtehuder Planungsbüro Frenzel und Frenzel sein.

Zwar nahm die Mehrzahl der Gäste das Projekt zustimmend auf. Eine kritische Stimme kam jedoch von Hans Georg Wolf, dem ehemaligen Chef der Sparkasse Harburg-Buxtehude. „Es erschließt sich mir nicht, wie eine Kunsthalle der Lüneburger Heide mit dem Kleinod Bossard zusammengebracht werden kann. Daraus kann schnell ein Gemischtwarenladen werden und das Kleinod unter die Räder kommen“, warnte Wolf. Auch das Halten von Schafen am Museums hält er für schwierig – selbst wenn die Bossards dies auch taten.

„Wir wollen keinen Tingel-Tangel“, entgegnete ihm Aldag. Aber mit der Halle und dort wechselnden Ausstellungen sollen mehr Menschen als 12.000 im Jahr zur Kunststätte kommen und der Trend der leicht sinkenden Zahlen gebrochen werden. Die Zeit drängt für den Bossard. Es muss sich etwas bewegen.

( rz )

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