Harburg
Museen

5,38 Millionen Euro für die Kunststätte Bossard 

Michael Grosse-Brömer vor der Kunststätte Bossard

Michael Grosse-Brömer vor der Kunststätte Bossard

Foto: Grosse-Brömer

Bund wird Kunststätte mit 5,38 Millionen Euro fördern. Mit dem Geld kann das einzigartige Gesamtkunstwerk aufgewertet werden.

Berlin/Jesteburg.  Der Bund wird die Kunststätte Bossard mit 5,38 Millionen Euro fördern. Die Mittel für das Projekt wurden in Berlin vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bewilligt. Das teilten die SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler und der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer am Donnerstagabend mit. Beide repräsentieren den Landkreis Harburg im Bundestag.

Mit den in Aussicht gestellten Mitteln soll die „Kunsthalle der Lüneburger Heide“, in der wechselnde Ausstellungen Berücksichtigung finden sollen, errichtet werden. Die Kunsthalle wird auch den künftigen Eingangsbereich zur Anlage und ein Café beherbergen. Außerdem soll auf dem Freigelände das Leben und Wirken der Bossards stärker erlebbar werden, beispielsweise durch Viehhaltung und Getreideanbau, die die damalige Selbstversorgung abbilden.

Für Europa einzigartiges Gesamtkunstwerk

Svenja Stadler: „Ich freue mich riesig, dass es mir gemeinsam mit Johannes Kahrs gelungen ist, diese stolze Fördersumme bereitzustellen.“ Im vergangenen Juni hatten Kahrs, haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, und Svenja Stadler die Kunststätte besucht und sich von Leiterin Dr. Gudula Mayr Situation und Pläne für das weit über die Landkreisgrenzen bekannte Kulturobjekt erläutern lassen.

Auch Grosse-Brömer hatte sich in mehreren Verhandlungen in Berlin für die Kunststätte Bossard stark gemacht. In enger Absprache mit Landrat Rainer Rempe sei es nun gelungen, die Mittel zu erhalten. Mit dem Geld, das durch den Landkreis und weitere Geldgeber gegenfinanziert werden muss, kann das für Europa einzigartige Gesamtkunstwerk aufgewertet werden. So wurde die Kunststätte 2012 mit dem Europa-Nostra-Preis, dem Preis der Europäischen Union für das Kulturerbe, ausgezeichnet.

Startschuss für die geplante Neuausrichtung

„Natürlich freue ich mich, dass aus Berlin der finanzielle Startschuss für die geplante Neuausrichtung der Kunststätte erfolgt ist. Nun muss der Landkreis nachlegen und die Kofinanzierung sicherstellen. Dass der Bund die überregionale Bedeutung der Kunststätte Bossard erkannt hat, ist eine Anerkennung für die Arbeit der Verantwortlichen vor Ort“, sagt Grosse-Brömer.

In der Abgeschiedenheit der Lüneburger Heide nahe Jesteburg hat das Künstlerehepaar Johann Michael Bossard und Jutta Bossard-Krull die Anlage Bossard verwirklicht. An der Kunststätte wurden Architektur, Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe, Gartenkunst und Landwirtschaft vereint, das Gesamtkunstwerk gehört zu den wenigen noch erhaltenen in Europa.

Der Kunsttempel ist der einzig visionär-utopische Kathedralbau des Expressionismus, der errichtet wurde. Er beherbergt 5000 Kunstwerke von Johann Michael Bossard.