Harburg
Hamburg

Inselklause: Bezirksamt Harburg verbietet Sommerkonzerte

Inselwirt Köni ist sauer: Seine Sommerkonzerte wurden nicht genehmigt

Inselwirt Köni ist sauer: Seine Sommerkonzerte wurden nicht genehmigt

Foto: Lars Hansen / xl

Seit 2013 gab es an der Gaststätte regelmäßig Open-Air-Konzerte. Das soll nun ein Ende haben. Was der Wirt sagt.

Neuland. Eigentlich könnte Andreas Koenecke, Wirt der Inselklause im Hamburger Stadtteil Neuland, ganz entspannt in seine erste Wintersaison gehen: Die Gäste nehmen seinen Neubau gut an, genießen die Aussicht vom „Oberdeck“, seine hausmannskostorientierte Küche, wie die von ihm kreierte „Kutterplanke“, und die Wärme des Kamins.

Aber beim Gedanken an den Sommer keimt Ärger in Koeneckes Gemüt: Seit 2013 veranstaltet er an seiner vor dem Deich gelegenen Gaststätte regelmäßig Open-Air-Konzerte. Das soll nun ein Ende haben, sagt das Harburger Bezirksamt. Koenecke will sich an den Eingabenausschuss der Bürgerschaft wenden, damit ein Hamburger Machtwort das Harburger Dekret aufhebt.

Idyllisch ist nun mal nicht mitten in der Stadt

Denn so gemütlich sein flut- und frostsicheres „Oberdeck“ auch ist: Es reicht von der Größe her nicht, um den Neubau zu finanzieren. „Ich brauche die Sommersaison mit gut ausgelasteten Außenplätzen und ich brauche dafür die Livemusik, damit immer neue Gäste auf mein Lokal aufmerksam werden und ich bei den alten Gästen in Erinnerung bleibe“, sagt er.

Tatsächlich ist einer der großen Pluspunkte der Inselklause – die Lage zwischen Elbdeich und Naturschutzgebiet – zugleich auch eines ihrer größten Handicaps: Idyllisch ist nun mal nicht mitten in der Stadt. In der Vergangenheit, als die Klause noch eine ebenerdige Bretterbude war, haben sich die Konzerte gut bewährt.

Die Inselklause galt wegen der Lage als einer der interessantesten Live-Clubs Hamburgs, nahm an den Südkulturnächten teil und Andreas Koenecke engagierte sich hamburgweit im „Clubkombinat“ für die Kultur der kleinen Spielstätten. Ausgerechnet er soll bei den Musikveranstaltern aber nicht mehr mitmachen dürfen.

2013 musste der Wirt niemanden um Erlaubnis fragen

Als „Köni“ 2013 mit Konzerten auf der Insel anfing, musste er niemanden um Erlaubnis fragen. Zwar grenzt das Klausen-Grundstück ans Naturschutzgebiet Schweenssand, liegt aber nicht darin. Aus Rücksicht auf die Ruhe von Fischen, Vögeln und Fledermäusen wurde auch stets um 21 Uhr Feierabend gemacht.

Seit 2017 allerdings ist alles, was in Hamburg zwischen Deichfuß und Elbe liegt, Landschaftsschutzgebiet. Theoretisch hätte Koenecke schon vor zwei Jahren Anträge auf Ausnahmen vom Musizierverbot in diesem Gebiet stellen müssen. Das hatte ihm nur niemand mitgeteilt.

In der Wintersaison Konzerte im Innenbereich der Inselklause

Ausnahmen von landschaftsschutzbedingten Verboten sollen genehmigt werden, sofern der grundsätzliche Charakter des Gebiets dadurch nicht dauerhaft gestört wird. Einen solchen Passus gibt es in fast jeder Landschaftsschutzverordnung. Sonst gäbe es keinen Marmstorfer Laternenumzug mit Feuerwerk, kein Außenmühlenfest, keinen Außenmühlenlauf, keine Teichwette, keinen Sommer im Park und diverse Schützenfeste müssten hinter verschlossenen Türen stattfinden.

„Ich habe für den Zeitraum von Mai bis September ganze zehn Singer-Songwriter-Konzerte mit akustischen Instrumenten beantragt“, sagt Koenecke, „und mir wurde eine wohlwollende Prüfung zugesagt. Diese Prüfung hat zweieinhalb Monate gedauert, nur um mit einem Verbot zu enden!“

In der Wintersaison finden Konzerte im Innenbereich der Inselklause statt. Dafür braucht man keine Genehmigung. Die Kaminkonzerte mit Wohnzimmeratmosphäre müssen sich allerdings noch etwas herumsprechen, damit sie sich tragen. Aber die Wintersaison ist ja noch lang.