Harburg
Kuhn und Witte

Fleestedt: Neues Autohaus setzt Öko-Maßstäbe

Das Audi-Zentrum von Kuhn und Witte in Fleestedt liegt am Kreisverkehr, der derzeit an der Winsener Straße gebaut wird.

Das Audi-Zentrum von Kuhn und Witte in Fleestedt liegt am Kreisverkehr, der derzeit an der Winsener Straße gebaut wird.

Foto: Kuhn+Witte

Neues Audi-Zentrum in Fleestedt ist fast fertiggestellt. Kuhn und Witte beschäftigt in der Filiale rund 50 Mitarbeiter.

Fleestedt.  Von außen sieht der Neubau schon fertig aus – und auch in den Innenräumen sind fast alle Arbeiten soweit abgeschlossen, dass das neue Audi-Zentrum der Firma Kuhn und Witte in Fleestedt bald eröffnen kann. Von Dezember an sollen die Türen geöffnet sein, so dass Kunden und Neugierige sich im Inneren umsehen und zum Fahrzeugkauf beraten lassen können.

Die offizielle Eröffnung ist für Anfang Januar geplant. Dann soll der Bau des neuen Kreisverkehrs direkt vor dem großflächig verglasten Neubau abgeschlossen und das Autohaus wird auch für ortsfremde Besucher einfach zu finden sein. „Wir wollen die Kunden nicht verwirren“, sagt Kerstin Gorek, Assistentin der Geschäftsführung von Kuhn und Witte, zu der Entscheidung für eine etwas spätere Eröffnung.

Das neue Autohaus steht auf einem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Winsener Landstraße und der Straße Jesdal nahe der Auffahrt zu Autobahn 7. Die verkehrsgünstige Lage war ausschlaggebend für die Entscheidung des Unternehmens für diesen Standort. Auf einer Fläche von 535 Quadratmetern werden künftig die Fahrzeuge ausgestellt.

Der Neubau hat auf dem Dach eine Photovoltaikanlage

Das Gebäude ist ein sogenannter KfW-55-Effizienzneubau. Das bedeutet, dass es nur 55 Prozent der Energie benötigt, die in einem vergleichbaren Gebäude ohne spezielle, energiesparende Ausstattung verbraucht wird. Auf dem Dach des Autohauses ist eine Photovoltaikanlage installiert.

Der erzeugte Strom fließt in die Versorgung des Gebäudes, das zudem mit energiesparenden LED-Leuchten ausgestattet ist. Außerdem kann der Strom von Kunden mit Elektrofahrzeugen genutzt werden. Denn an dem Neubau wird auch eine E-Ladestation errichtet.

Das Unternehmen betreibt zwei weitere Autohäuser in Buchholz und Jesteburg. Dort wurden in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche neue Mitarbeiter eingestellt und auf ihre Aufgabe in Fleestedt vorbereitet. Insgesamt sollen in dem Audi-Zentrum 50 bis 60 Mitarbeiter arbeiten. Einige Stellen für den neuen Standort sind noch ausgeschrieben, der Großteil ist allerdings schon besetzt. „Wir sind gut aufgestellt mit Fachpersonal“, sagt Gorek.

Anfang Dezember soll Umzug abgeschlossen sein

Wenn die letzten Leitungen in dem Neubau verlegt und einsatzbereit sind, sollen Ende November die ersten Mitarbeiter aus den Bereichen Vertrieb und Service in den Neubau umziehen. Zeitgleich – sobald die Alarmanlage entsprechend in Betrieb ist – werden die ersten Fahrzeuge nach Fleestedt überführt. Bis zum Ende der ersten Dezemberwoche soll der Umzug abgeschlossen sein. Dann beginnen die „Schnuppertage“, die mögliche Kunden auch schon nutzen können, um ein Auto zu kaufen. „Sobald die Verkäufer vor Ort sind, wird auch verkauft“, sagt Gorek.

Das Audi-Zentrum, in dem sowohl Neuwagen als auch Gebrauchtwagen angeboten werden, verfügt über das Monopol in der Region zum Verkauf von Audi-Fahrzeugen. Es ist eine weitere Niederlassung der Firma Kuhn und Witte, deren Autohäuser in Buchholz und Jesteburg bestehen bleiben. Das Haupthaus der Firma wird weiterhin am Stammsitz in Jesteburg sein.

Kuhn und Witte hat Autohaus Köhnke übernommen

Das Unternehmen ist der größte VW-Vertragshändler im Landkreis Harburg, es hat in seinen Filialen Fahrzeuge von VW, Audi und Skoda im Angebot. Verkauft werden sowohl Pkw als auch Nutzfahrzeuge, zudem können Kunden ihre Autos in der Werkstatt reparieren lassen oder ein Fahrzeug mieten. 2016 hatte Kuhn und Witte das Buchholzer Autohaus Köhnke mitsamt 140 Mitarbeitern übernommen und damit seine Belegschaft auf insgesamt 365 Mitarbeiter aufgestockt. Nun folgt in Fleestedt die weitere Expansion.

Zur Höhe der Investitionssumme, die es letztendlich für den Neubau in Fleestedt aufgebracht hat, wollte das Unternehmen keine Angaben machen. Zu Beginn der Planung im Jahr 2016, als die Geschäftsführung das Projekt erstmals öffentlich vorstellte, hatte sie mit einem knapp zweistelligen Millionenbetrag gerechnet. Zunächst war auch von 80 Mitarbeitern am neuen Standort die Rede gewesen.

Die Gemeinde Seevetal hatte, um das Bauprojekt zu ermöglichen, einen neuen Bebauungsplan aufgestellt. Ursprünglich sollte das Audi-Zentrum bereits Mitte 2018 eröffnen. Doch unter anderem der in diesem Zuge ebenfalls beschlossene Bau des Kreisverkehrs führte zu Verzögerungen. Mit Abschluss der Straßenbauarbeiten wird nun auch das neue Autohaus nach knapp zweijähriger Bauphase eröffnet.

Bau des Kreisverkehrs kostet 1,5 Millionen Euro

Der Verkehr vor dem neuen Audi-Zentrum wird künftig durch einen neuen Kreisel mit fünf Ausfahrten geleitet. Der Bau kostet etwa 1,51 Millionen Euro, die Firma Kuhn und Witte beteiligt sich mit einem sechsstelligen Betrag an den Kosten. Bis zur Fertigstellung ist die Winsener Landstraße im Bereich der Einmündungen Jesdal/Fernsicht gesperrt. Die Umleitung führt über Meckelfeld und Glüsingen.

Der Kreisel ist eines von sechs größeren Bauprojekten für 2019 und 2020 in Fleestedt. Dazu zählen außerdem der Ersatz der Lärmschutzwand entlang der Hittfelder Landstraße, die Instandsetzung der Winsener Landstraße zwischen der L 213 und dem neuen Kreisel sowie zwischen Fleestedt und Karoxbostel, Kanalarbeiten an der Kreuzung Im Alten Dorf/Winsener Landstraße und die Sanierung des Asphalts am Horster Dreieck.