Harburg
Fleestedt

Straße wird für Autohaus umgebaut

So soll die neue Audi-Dependance an der Winsener Landstraße in Fleestedt aussehen

So soll die neue Audi-Dependance an der Winsener Landstraße in Fleestedt aussehen

Foto: Kuhn+Witte / HA

Kuhn+Witte plant neue Niederlassung am Jesdal in Fleestedt. Gemeinde diskutiert Bau eines Kreisverkehrs.

Fleestedt.  Für einen knapp zweistelligen Millionenbetrag soll an der Kreuzung Winsener Landstraße/Jesdal in Fleestedt eine neue Autohaus-Niederlassung von Kuhn+Witte entstehen. Das Jesteburger Unternehmen ist dabei strategischer Partner der Audi AG, die gezielt südlich der Elbe nach einem Standort gesucht hatte.

Auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz und Planung der Gemeinde Seevetal hat die Geschäftsführung von Kuhn+Witte das Projekt erstmals öffentlich vorgestellt und von der Politik grünes Licht für die Aufstellung des sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans erhalten.

Für den Neubau sei der Standort in Fleestedt zwischen Winsener Landstraße und der Straße Jesdal bewusst aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage ausgewählt worden, erklärt Jan Rommel, Mitglied der Kuhn+Witte-Geschäftsleitung.

Die Nähe zu Harburg und zur Autobahn spiele für Audi eine wichtige Rolle. Insgesamt umfasst das Areal eine Fläche von 17.000 Quadratmetern. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde Seevetal ist es bereits als gewerbliche Baufläche vorgesehen.

Um die Anbindung an den Straßenverkehr möglichst optimal zu gestalten, hat die Gemeinde Seevetal einen bereits in der Vergangenheit mehrfach im Fleestedter Ortsrat diskutierten Vorschlag wieder aufgegriffen: den Bau eines Kreisels.

Er würde fünf Ab- und Zufahrten erhalten und 500.000 Euro kosten. Zudem müssten mehrere Bäume für ihn weichen. „Wir würden 100.000 Euro für den Bau des Kreisverkehrs übernehmen“, sagt Rommel. Darüber hinaus hat Kuhn+Witte die Zusage gegeben, die Straße Jesdal für 120.000 Euro neu herzurichten.

Wenn alles nach Plan läuft, soll das neue Autohaus, zu dem eine Abteilung für Neuwagen und Gebrauchtwagen sowie klassische Werkstattleistungen gehören, Mitte 2018 fertig sein. „Für uns ist es wichtig, dass dieser Zeitplan auch tatsächlich eingehalten wird“, betont Rommel.

Für das Unternehmen, das 1965 in Jesteburg gegründet wurde und dort auch seinen bisher einzigen Sitz hat, ist die Expansion nach Fleestedt eine neue Erfahrung. Audi habe nach einem Partner im südlichen Hamburger Umland gesucht und sei mit Kuhn+Witte fündig geworden, so Rommel.

Der Name der neuen Dependance soll „Audi-Zentrum Harburg“ lauten, womit trotz der Nähe zur Stadt Hamburg nicht der Bezirk, sondern der Landkreis Harburg gemeint sein soll. Kuhn+Witte peilt an, pro Jahr 900 Neufahrzeuge und 1000 Gebrauchtwagen zu verkaufen sowie 45 Servicedurchgänge pro Tag abzuwickeln, die Umsatzerlöse geben sie mit 35 Millionen Euro an.

80 Angestellte sollen am neuen Standort arbeiten. „Wir werden aber auch welche aus Jesteburg mit hinübernehmen“, sagt Rommel. Insgesamt sind bei Kuhn+Witte derzeit 220 Mitarbeiter beschäftigt. Die für Unfallschäden zuständige, emmissionsintensivere Karosserieabteilung wird in Jesteburg bleiben.

Um die Bürger ausreichend über das Bauvorhaben zu informieren und an den Planungen zu beteiligen, will die Gemeinde noch in der bis Ende Oktober laufenden Legislaturperiode eine Ortsratssitzung einberufen, auf der Kuhn+Witte das Vorhaben ausführlich darstellen kann. Als Datum ist Montag, 24. Oktober, 19 Uhr, angegeben.

Vor einigen Tagen hatte sich bereits Patrick Alm, frisch gewähltes Fleestedter Ortsratsmitglied für die Freien Wähler, zu Wort gemeldet. „Wir rufen die Menschen vor Ort auf, sich am Planungsverfahren zu beteiligen und ihre Anregungen und Anmerkungen an die Politik und Verwaltung weiterzugeben“, sagte er und machte den Bürgern gleich ein Angebot: „Wer sich nicht persönlich einbringen möchte, für den sind wir da.“