Harburg
Großprojekt

Seniorenpark in Fleestedt wird 2020 gebaut

Visualisierung: So soll der Seniorenpark Fleestedt mit Wohnungen, Tagespflege und Kita aussehen.

Visualisierung: So soll der Seniorenpark Fleestedt mit Wohnungen, Tagespflege und Kita aussehen.

Foto: Seniorenpark Fleestedt GmbH / Lindhorst-Gruppe

Das 20-Millionen-Euro-Projekt in Fleestedt bringt Wohnen, Seniorenresidenz, Tagespflege und Kinderbetreuung zusammen.

Fleestedt. Die Bauarbeiten für den geplanten Seniorenpark Fleestedt sollen im kommenden Jahr beginnen. Mit dem neuen Bebauungsplan, den der Rat der Gemeinde beschlossen hat, sind die Voraussetzungen dafür nun geschaffen. Auf der Fläche zwischen Hittfelder Landstraße (L 213) und Winsener Landstraße (K 79) entsteht ein Komplex aus Wohnungen, Seniorenresidenz, Tagespflege und Kindertagesstätte.

Hinter dem Großprojekt steht die Lindhorst-Gruppe aus Winsen (Aller), die unter anderem 21 Seniorenresidenzen in Niedersachsen, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen betreibt. Sie investiert eigenen Angaben zufolge mehr als 20 Millionen Euro in das Projekt und rechnet mit einem Baubeginn im Frühjahr 2020. Ende 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sodass die Bewohner einziehen können.

37 Mietwohnungen entstehen auf dem Gelände in Fleestedt

Geplant sind 37 Mietwohnungen in zwei Gebäuden sowie eine Seniorenresidenz, die rund ein Drittel des 14.500 Quadratmeter großen Grundstücks einnehmen wird. Außerdem ist eine Tagespflegeeinrichtung Teil des Projekts. Wer diese betreiben wird, ist dem Investor zufolge noch nicht entschieden.

Die ebenfalls geplante Kita mit zwei Gruppen verfügt über eine Fläche von 410 Quadratmetern. Die Lindhorst-Gruppe baut die Räume und überlässt sie anschließend der Gemeinde Seevetal zur Miete. Es ist geplant, dass das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Einrichtung betreiben wird und zwar als Außenstelle der Kita Kiefernweg. Die neue Kita ist Teil der Bemühungen der Gemeinde, weitere Kinderbetreuungsplätze zu schaffen. Diese werden in vielen Ortsteilen dringend benötigt.

Ein neuer Bebauungsplan für das Areal war notwendig geworden, da der bisherige B-Plan den Bau einer Seniorenpflegeeinrichtung mit Kita und weiteren Wohneinheiten nicht ermöglicht hätte. Die Fläche war vielmehr seit 1980 als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Hotel“ festgesetzt. Grund für die damalige Aufstellung des Bauleitplanes war das konkrete Investitionsinteresse eines Hotelbetreibers. Ein Hotel wurde allerdings auf der bislang als Ackerland genutzten Fläche nie gebaut.

Für den zusätzlichen Verkehr wird die Kreuzung ausgebaut

Der neue Plan „Fleestedt 30“ ist Grundlage für den Bau des geplanten Seniorenparks, aber nicht direkt auf das Bauvorhaben der Lindhorst-Gruppe zugeschnitten. Er soll vielmehr vielfältige Nutzungsarten zulassen. Im Vorfeld hatte es dennoch Bedenken gegeben, dass der Plan zu sehr einem sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan ähnle. Damit könnten Probleme entstehen, so ein Einwand aus der Kreisverwaltung, sollte das Projekt nicht wie geplant umgesetzt werden. Die Lindhorst-Gruppe hat bereits einen Bauantrag für einen Teil des Vorhabens gestellt. Dieser muss noch vom Bauamt des Landkreises Harburg genehmigt werden.

Um den Verkehr rund um den Seniorenpark zu regeln, wird die Kreuzung an der Winsener Landstraße ausgebaut. Dies war bereits im Zuge des Bebauungsplans gesichert worden, der Grundlage für den zurzeit entstehenden Neubau des Autohauses ist. Der Gehweg an der Winsener Landstraße soll bis zum neuen Kreisverkehr fortgeführt werden.

Senioren können in vertrauter Umgebung bleiben

Das Projekt war eng mit der Gemeinde abgestimmt worden. Diese erhofft sich durch den Bau, dass das Angebot an Wohnungs-, Betreuungs- und Infrastrukturangeboten insbesondere für Senioren erweitert wird. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, trotz möglicher Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können.

Das Grundstück an der Winsener Landstraße wurde dafür als geeigneter Standort angesehen. „Es befindet sich in der Nachbarschaft zu einer Wohnnutzung und verfügt über eine ausreichend große Fläche in verkehrsgünstiger Lage. Hierdurch kann eine gute Erreichbarkeit von Rettungskräften und Lieferanten für eine optimale Versorgung der Bewohner sowie der im Plangebiet vorgesehenen Betreuungs- und Infrastrukturangeboten gewährleistet werden“, heißt es in der Begründung für den neuen B-Plan. Eine landwirtschaftliche Nutzung der Fläche sei aufgrund der Größe, der Verkehrs­trassen und der umliegenden Baugebiete nicht mehr rentabel.

Neuer B-Plan weist ein „Urbanes Gebiet“ aus

Der neue Bebauungsplan weist die Fläche als „Urbanes Gebiet“ aus. Diese neue Kategorie in der Baunutzungsverordnung (BauNVO) ermöglicht eine flexible Nutzungsmischung. In Fleestedt ist es so möglich, das Plangebiet gleichzeitig für Wohnen, Altenpflege und Kinderbetreuung zu nutzen.

Die Mischung soll das Gebiet sowohl für Senioren als auch für Familien attraktiv machen. Damit verfolgt die Gemeinde Seevetal auch das Ziel, dass die Generationen durch die räumliche Nähe voneinander profitieren, zum Beispiel indem „Lese-Omas“ in der Kita mitwirken oder Senioren jungen Familien als Ersatz-Großeltern zur Seite stehen.