Harburg
Bezirk Harburg

Es werden mehr Fahrräder gestohlen

Polizisten stellen immer wieder große Mengen an gestohlenen Fahrrädern sicher.

Polizisten stellen immer wieder große Mengen an gestohlenen Fahrrädern sicher.

Foto: ndre Zand-Vakili / Andre Zand-Vakili

CDU-Fraktionschef André Trepoll stellt Anfrage. Polizei setzt auf Prävention.

Harburg. „In Harburg werden immer mehr Fahrräder gestohlen“, sagt der Neugrabener Bürgerschaftsabgeordnete und Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, André Trepoll. Er stützt diese Aussage auf das Ergebnis einer Anfrage, die er an den Senat gestellt hat.

Nur Altona liegt in der Statistik noch schlechter

Die Antwort des Senats: Wurden 2017 im Bezirk Harburg noch 457 Räder gestohlen, waren es ein Jahr später bereits 524. Das ist eine Steigerung um 13 Prozent. Ein Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik für 2017 und 2018 zeigt, dass die Fahrraddiebstähle sich im Bezirk Harburg gegen den hamburgweiten Trend entwickeln: Insgesamt sinkt die Fallzahl um 5,3 Prozent. Die Statistik zeigt mit 14,7 Prozent für Harburg sogar einen höheren Anstieg, als Trepoll errechnet hat. Harburg ist aber auch nicht der einzige Bezirk, in dem im Vorjahresvergleich mehr Fahrräder gegen den Willen ihrer Besitzer verschwanden: Mitte liegt mit einem Anstieg von 12 Prozent knapp hinter Harburg, Altona mit 17 Prozent sogar noch davor.

„Besonders ins Auge fallen neben dem tatsächlichen Anstieg die geringen Aufklärungsquoten bei Fahrraddiebstählen“, sagt Trepoll. „Ist das Fahrrad also erst einmal entwendet, ist es schwierig, die Straftat aufzuklären und die Chance das gestohlene Fahrrad wieder zu bekommen damit äußerst gering.“

Bei der Aufklärungsquote liegt Harburg besser

In der Tat liegt die landesweite Aufklärungsquote von Fahrraddiebstählen bei mageren 3,3 Prozent – Tendenz fallend. In diesem Punkt liegt Harburg allerdings besser als der Landestrend: Die Aufklärungsrate der hiesigen Polizeikommissariate 46 und 47 liegt gemittelt immerhin bei fünf Prozent und hat sich 2018 gesteigert.

„Außer einem Hinweis auf polizeiliche Ermittlungstaktiken gab es von Seiten des Senats leider keine Hinweise darauf, was der Senat gegen die unbefriedigenden Aufklärungsquoten bei Fahrraddiebstählen konkret unternehmen möchte.“, sagt Trepoll. „Immerhin sollen bis 2025 endlich an allen S-Bahn-Stationen im Bezirk Fahrradstellplätze mit Beleuchtung installiert werden. Darüber hinaus soll am Standort Harburg ein Fahrradparkhaus mit 1200 Stellplätzen entstehen. Zumindest ein Anfang, um den Diebstahl von Fahrrädern für Gelegenheitstäter etwas unattraktiver zu machen“.

Polizei sieht Prävention als wichtigstes Gegenmittel

Die Hamburger Polizei argumentiert ähnlich: Sie sieht Prävention als wichtigstes Mittel der Fahrraddiebstahlbekämpfung. Um Diebstahl zu vermeiden sollte man sein Fahrrad möglichst so abstellen, dass ein Diebstahl Passanten auffallen würde, also nicht versteckt und nicht in einer großen unübersichtlichen Fahrradmenge, ist auf der Internetpräsenz der Behörde zu lesen. Das Fahrrad sollte mit einem guten Schloss an einem Fahrradbügel oder einem ähnlichen Gegenstand gesichert sein. „Einen optimalen Schutz gegen Diebstahl bieten geprüfte und zertifizierte Fahrradschlösser, beispielsweise Bügelschlösser aus gehärtetem Stahl“, sagt Polizeipressesprecher René Schönhardt. „Wir raten außerdem allen Fahrradbesitzern, ihr Fahrrad codieren zu lassen“.

Codierung ist wichtig

Dazu fordert Trepoll: „Präventive Maßnahmen wie die Codierung des Fahrradrahmens müssen stärker von der Stadt beworben und die Verfolgung von Fahrraddiebstählen Schwerpunkt der Polizeiarbeit in Hamburg werden.“

René Schönhardt sieht die Polizei da auf einem guten Weg: „Die Bekämpfung des Fahrraddiebstahls ist weiterhin im Fokus der polizeilichen Arbeit. Insgesamt belegt die Kriminalstatistik, dass erneut ein Rückgang von Fahrraddiebstählen in Hamburg zu verzeichnen ist.“

Viele Radfahrer aus dem Landkreis

Das sieht Trepoll anders: „Dass in Harburg immer mehr Fahrräder gestohlen werden, ist inakzeptabel. Die Attraktivität für den Radverkehr steigert man so nicht. Daher muss der Ausbau beleuchteter und abschließbarer Fahrradabstellanlagen auch außerhalb der Innenstadt zügig vorangebracht werden. Auch in Hamburgs Süden wollen Radfahrer ihr Fahrrad trocken und sicher abstellen können. Hierfür muss der Senat endlich die richtigen Rahmenbedingen setzen, damit Harburg nicht zur „No-Go-Area“ für Fahrradfahrer wird.“

Die Polizeistatistik weist aber auch noch eine andere Tatsache aus. Auch, wenn die Zahl der Fahrraddiebstähle in Harburg gestiegen ist: Hier kommt nur einem von 318 Bürgern jährlich das Rad weg. In Eimsbüttel immer noch jedem 120. Bewohner.